Eine Neudefinition von Fettleibigkeit, die nicht nur auf dem Body-Mass-Index (BMI) basiert, sondern auch darauf, ob überschüssiges Körperfett messbare Gesundheitsprobleme verursacht, kann die Diagnose erschweren und die Behandlung verzögern, heißt es in einer Leitlinienmitteilung der Endocrine Society, die in veröffentlicht wurde Das Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism.

„Wie Fettleibigkeit definiert wird, hat reale Konsequenzen für Patienten. Diagnosedefinitionen beeinflussen, wer für eine Behandlung in Frage kommt, wie Kliniker die Pflege verwalten und wie Versicherer die Deckung für Medikamente und Operationen bestimmen“, sagte Autor Ranganath Muniyappa, MD, Ph.D., vom National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases in Bethesda, Maryland. „Jeder neue Rahmen muss auf starken Beweisen basieren, für den täglichen klinischen Gebrauch praktisch sein und darauf ausgelegt sein, den gleichberechtigten Zugang zu effektiver Fettleibigkeit zu verbessern, anstatt ihn einzuschränken.“ Behandlung.“

Die Autoren weisen auf große konzeptionelle und praktische Herausforderungen im Rahmen des von der Lancet Commission vorgeschlagenen Rahmens hin, der von Ärzten verlangt, nachzuweisen, dass eine Organfunktionsstörung durch Körperfett verursacht wird, um klinische Fettleibigkeit zu diagnostizieren, und eine Kategorie „präklinische Fettleibigkeit“ für Personen ohne Anzeichen einer Organfunktionsstörung einführt.

Die Autoren erörtern, wie dieser Ansatz die Behandlung verzögern und erschweren kann, und konzentrieren sich auf drei Hauptprobleme:

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  • Die Abhängigkeit des Rahmenwerks vom Nachweis, dass Organdysfunktionen durch überschüssiges Körperfett verursacht werden, ist in der routinemäßigen klinischen Versorgung schwer umzusetzen und kann die Behandlung verzögern oder Zugangsbarrieren schaffen.
  • Die Definition von „präklinischer Fettleibigkeit“ ist konzeptionell instabil und hängt von der Intensität der diagnostischen Tests ab, während der Ausschluss von Typ-2-Diabetes aus den klinischen Kriterien nicht mit den aktuellen wissenschaftlichen und klinischen Erkenntnissen vereinbar ist.
  • Der Rahmen erfordert komplexe Messungen und diagnostische Bewertungen, die in vielen klinischen Umgebungen möglicherweise nicht durchführbar sind und bestehende gesundheitliche Ungleichheiten verschärfen könnten.

Die Autoren schlagen einen praktischeren Ansatz zur Diagnose von Fettleibigkeit vor, der das klinische Risiko und die funktionellen Auswirkungen betont, etablierte Staging-Ansätze verwendet und sicherstellt, dass neue Definitionen die Versorgung verbessern, ohne Behandlungshindernisse zu schaffen.

Wir brauchen einfachere Methoden, um Fettleibigkeit früher zu erkennen, die keine strengen diagnostischen Schwellenwerte erfordern, und müssen uns darauf konzentrieren, sicherzustellen, dass Menschen mit Fettleibigkeit Zugang zu einer Behandlung erhalten, die darauf basiert, wie sehr sie ihr tägliches Leben verbessern kann und wie sicher sie ist – und nicht auf dem Nachweis einer einzelnen, genauen Ursache. Zukünftige Diagnoserahmen sollten der Verbesserung des Zugangs zur Behandlung von Adipositas Priorität einräumen und einen differenzierteren Ansatz verfolgen.“

Amy Rothberg, MD, University of Michigan, Ann Arbor, Michigan.

Weitere Autoren sind Tariq Chukir von Weill Cornell Medicine-Qatar in Doha, Katar; Dimpi Desai von der Stanford University School of Medicine in Stanford, Kalifornien; Michael Weintraub von der NYU Langone in New York, NY; und Roma Gianchandani vom Cedars-Sinai Medical Center in Los Angeles, Kalifornien.

Die Studie wurde von der Endocrine Society finanziert. Die von Muniyappa geäußerten Ansichten sind seine eigenen und spiegeln nicht unbedingt die der National Institutes of Health (NIH), des US-Gesundheitsministeriums (HHS) oder der US-Regierung wider.


Quellen: