KI-gestützter tragbarer Augenscanner macht Sehtests einfacher zugänglich
Stellen Sie sich vor, Sie könnten nicht nur in Krankenhäusern, sondern auch in abgelegenen Augenuntersuchungslagern, Altenpflegeeinrichtungen, Apotheken oder sogar Bahnhöfen beurteilen, wie gesund die Vorderseite unserer Augen ist. Das ist die Zukunft, auf die ein Forschungsteam unter der Leitung von Professor Toru Nakazawa an der Graduate School of Medicine der Tohoku-Universität mit einem neu entwickelten tragbaren, KI-betriebenen Spaltlicht-Scannergerät hinarbeitet. Dieses praktische Gerät soll die ophthalmologische Versorgung zugänglicher machen, sodass Patienten überall und jederzeit untersucht werden können.
Über die Ergebnisse wird berichtet Wissenschaftliche Berichteveröffentlicht am 17. März 2026.
Krankheiten wie Katarakte, die den vorderen Augenabschnitt (auch vorderer Augenabschnitt genannt) betreffen, gehören weltweit zu den häufigsten Ursachen für Sehbehinderungen. Der Verlust Ihrer Sehkraft beeinträchtigt die Unabhängigkeit, Mobilität und allgemeine Lebensqualität. Leider werden viele Menschen erst untersucht, wenn die Symptome des Sehverlusts schwerwiegender werden – und in manchen Fällen sogar irreversibel sind.
Es liegt im Interesse des Patienten, sich regelmäßigen Kontrolluntersuchungen zu unterziehen, doch das ist nicht immer einfach. Die für die Durchführung dieser Untersuchungen erforderlichen Instrumente sind teuer, sperrig und größtenteils auf den klinischen Einsatz beschränkt. Patienten in ländlichen Gebieten oder mit geringer Mobilität haben möglicherweise keinen Zugang zu diesen lebenswichtigen Screening-Instrumenten und tappen so im Dunkeln.“
Professor Toru Nakazawa, Graduate School of Medicine, Universität Tohoku
Geräte für die optische Kohärenztomographie des vorderen Augenabschnitts (AS-OCT) können mehrere zehn Millionen Yen kosten. Als Alternative entwickelte das Forschungsteam ein äußerst kostengünstiges System mit zuverlässigen Ergebnissen, die eine starke Übereinstimmung mit AS-OCT-Scans zeigen. Sie kamen zu dem Schluss, dass das Gerät für eine screeningorientierte Beurteilung ausreicht und gleichzeitig in der Lage ist, klinisch wichtige Merkmale wie Hornhaut, Iris, Linse, Augenoberfläche, Pigmentveränderungen und Kapselveränderungen direkt zu visualisieren – Merkmale, die mit Graustufen-OCT allein oft schwer zu erkennen sind.
Das Gerät kann auch das Engwinkelglaukomrisiko beurteilen, das in Asien ein großes Problem darstellt. Es ist besonders wichtig, frühzeitig zu erkennen, da es zu einem plötzlichen, schwerwiegenden Sehverlust kommen kann, wenn ein Ereignis mit vollständiger Winkelschließung auftritt.
Durch die Aufnahme eines einzelnen Scanschlitzvideos kann das System sowohl quantitative Messungen als auch qualitative oder KI-gestützte Auswertung von Anomalien des vorderen Augenabschnitts liefern. Ein wesentliches Merkmal der Plattform ist ihr leichtes KI-Modell (LWBNA-unet), das wichtige anatomische Strukturen des Auges segmentiert und eine weitere screeningorientierte Krankheitsklassifizierung unterstützt. Da das Modell leichtgewichtig ist, können genaue Analysen direkt auf dem Gerät selbst durchgeführt werden, ohne auf Cloud Computing angewiesen zu sein. Dies trägt dazu bei, die Abhängigkeit vom Betreiber zu verringern und gleichzeitig die Portabilität, den Datenschutz und die Benutzerfreundlichkeit in der Praxis zu verbessern.
Die geringen Kosten, die Portabilität, die quantitativen Möglichkeiten, die farbgetreue Bildgebung mit sichtbarem Licht und die On-Device-KI machen die Plattform zu einem praktischen Kandidaten, um das Screening des vorderen Augenabschnitts näher an den Alltag zu bringen.
Quellen:
Kaushik, N., et al. (2026). Portable AI-powered scanning slit-light device for low-cost eye disease screening. Scientific Reports. DOI: 10.1038/s41598-026-44392-w. https://www.nature.com/articles/s41598-026-44392-w