Der Einsatz generativer künstlicher Intelligenz (KI), die in der Lage ist, Texte, Bilder und Videos auf Abruf zu produzieren, hat in den letzten Jahren exponentiell zugenommen. Während die Anwendungsmöglichkeiten für den persönlichen und beruflichen Gebrauch immer weiter zunehmen, haben viele Fragen dazu, wie Kinder mit dieser Technologie interagieren könnten.

In einem neuen Stand des Übersichtsartikels beschreiben Forscher des Children’s Hospital of Philadelphia (CHOP) die potenziellen Vorteile und Risiken für Kinder und Jugendliche und wie diese in verschiedenen Altersgruppen variieren können. Ihre Ergebnisse wurden heute in der Zeitschrift veröffentlicht Pädiatrie und haben tiefgreifende Auswirkungen auf die Elternschaft.

Kinder und Jugendliche nutzen generative KI regelmäßiger. Eine Studie aus dem Jahr 2025 ergab, dass 72 % der amerikanischen Jugendlichen KI-Chatbots als Begleiter verwendet haben. Es werden fortlaufend Anstrengungen unternommen, um eine durchdachte Politikentwicklung zu fördern und Leitplanken einzurichten, die dazu beitragen, schädliche Ergebnisse generativer KI zu verhindern, aber diese Schutzmaßnahmen sind unvollständig.

Eltern und Betreuer sollten ihre Kinder beim verantwortungsvollen Umgang mit neuartigen Technologien wie generativer KI anleiten, aber in einem sich schnell weiterentwickelnden Bereich wollten Forscher sicherstellen, dass Eltern und Kinderärzte die besonderen Überlegungen im Zusammenhang mit den Chancen und Risiken verstanden haben, die generative KI mit sich bringt.

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Es ist wichtig zu betonen, dass KI ein Werkzeug und kein Begleiter ist, und wir müssen sicherstellen, dass wir Kindern eine gesunde KI-Kompetenz und soziale Entwicklung vermitteln.“

Robert Grundmeier, MD, Studienautor und Abteilungsleiter, Informatik, Children’s Hospital of Philadelphia

Er ist außerdem amtierender Chief Research Informatics Officer in der Abteilung für Biomedizin- und Gesundheitsinformatik am CHOP.

„Kinder, insbesondere in der frühen und mittleren Kindheit, sind möglicherweise nicht in der Lage, zwischen KI und menschlicher Interaktion zu unterscheiden, und laufen Gefahr, falsche mentale Modelle sozialer Beziehungen zu entwickeln, wenn sie KI als Freund betrachten. Es ist wichtig, dass Kinderärzte und Eltern verstehen, wo generative KI in das Leben eines sich entwickelnden Kindes passen sollte.“

Die Überprüfung ergab, dass die potenziellen Vorteile und Risiken von KI je nach Altersgruppe variieren, wobei besondere Überlegungen für die frühe Kindheit (0–5 Jahre), die mittlere Kindheit (6–11 Jahre) und die Jugend (12 Jahre und älter) gelten:

  • In der frühen Kindheit kann interaktives KI-Geschichtenerzählen die Sprachentwicklung und den Wortschatz unterstützen, aber Kinder in diesem Alter könnten Schwierigkeiten haben, zwischen KI und menschlicher Interaktion zu unterscheiden. Die Forscher betonen, dass in diesem Alter die menschliche Interaktion Vorrang haben sollte und Eltern gemeinsam mit ihren Kindern KI-Inhalte ansehen sollten, um Diskussionen darüber zu erleichtern, was sie sehen.
  • In der mittleren Kindheit könnte generative KI für personalisierte Lernerfahrungen eingesetzt werden, möglicherweise Lernlücken schließen und den kreativen Ausdruck durch Kunst und Schreiben erleichtern. Allerdings haben Kinder in dieser Altersgruppe möglicherweise Schwierigkeiten, durch KI erzeugte Fehlinformationen zu erkennen, und sind versucht, KI zum Erledigen von Hausaufgaben zu verwenden. Eltern sollten eine hinterfragende Haltung gegenüber KI fördern und eine offene Diskussion fördern.
  • Im Jugendalter kann KI die digitalen Kompetenzen verbessern und bei der Hochschulwahl helfen. Einige Fachliteratur legt nahe, dass KI-Begleitung zwar Einsamkeit lindern kann, die Abhängigkeit von KI-Begleitung jedoch die persönlichen sozialen Interaktionen verringern kann. Besorgniserregend ist, dass der KI möglicherweise die notwendigen Leitplanken fehlen und sie unangemessen auf Fragen im Zusammenhang mit psychischer Gesundheit oder Selbstmord reagiert. Familien sollten sich mit den Grenzen des KI-Einsatzes auseinandersetzen und KI nicht als Ersatz für die Entwicklung eigener Sozialisations- und kritischer Denkfähigkeiten durch Jugendliche betrachten.

Pädiatrische Betreuer können die Bedeutung einer genauen Überwachung der KI-Interaktionen für jüngere Kinder und einer gemeinsamen Überprüfung von KI-generierten Inhalten hervorheben. Eltern sollten sich darüber im Klaren sein, dass KI-generierte Informationen zwar hilfreich sein können, aber kein Ersatz für menschliches Fachwissen oder klinisches Urteilsvermögen sind. Eltern sollten alle von der KI generierten Informationen kritisch im Auge behalten und ihren Kindern die gleichen Fähigkeiten zum kritischen Denken vermitteln.

„Eltern, Kinderärzte und politische Entscheidungsträger sind dafür verantwortlich, zu gestalten, wie generative KI-Technologien in das Leben von Kindern integriert werden“, sagte Co-Autor Alexander Fiks, MD, MSCE, ein Kinderarzt in der Grundversorgung und Direktor von Clinical Futures, einem Forschungsschwerpunktzentrum am CHOP. „Dieser schnell wachsende Bereich wird eine kontinuierliche Forschung erfordern, um elterliche Anleitung und Richtlinien zu informieren, um den Nutzen dieser Instrumente zu maximieren und gleichzeitig alles zu tun, um potenzielle Schäden zu mindern und die Sicherheit von Kindern zu gewährleisten.“


Quellen:

Journal references:

Grundmeier, R. W., et al. (2026). Generative Artificial Intelligence: Implications for Families and Pediatricians. PEDIATRICS. DOI: 10.1542/peds.2025-074912. https://publications.aap.org/pediatrics/article-abstract/doi/10.1542/peds.2025-074912/206753/Generative-Artificial-Intelligence-Implications?redirectedFrom=fulltext.