Ein neues Forschungspapier wurde in Band 17, Ausgabe 11 von veröffentlicht Alterung-USA am 26. November 2025 mit dem Titel „Epigenetische Alterungssignaturen und Altersvorhersage im menschlichen Skelettmuskel“.

In dieser Studie untersuchten der Erstautor Soo-Bin Yang und der korrespondierende Autor Hwan Young Lee vom Seoul National University College of Medicine, wie sich DNA-Methylierungsmuster in der Skelettmuskulatur mit dem Alter verändern. Ihre Ergebnisse bieten eine neue und äußerst genaue Methode zur Schätzung des Alters einer Person mit potenziellen Anwendungen in der Kriminalistik und der Alterungsforschung.

Skelettmuskeln sind für Bewegung, Energiehaushalt und körperliche Stärke unerlässlich – Funktionen, deren Überwachung mit zunehmendem Alter immer wichtiger wird. Diese Studie verbessert unser Verständnis darüber, wie sich Muskelgewebe auf molekularer Ebene im Laufe der Zeit verändert. Im Gegensatz zu früheren Untersuchungen, bei denen hauptsächlich lebende Individuen europäischer Abstammung analysiert wurden, wurden in dieser Studie postmortale Proben einer asiatischen Bevölkerung verwendet.

„Wir haben DNA-Methylierungsprofile von 103 Proben des großen Brustmuskels aus Autopsien südkoreanischer Personen (18–85 Jahre) mithilfe des Infinium EPIC-Arrays analysiert.“

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Die Forscher analysierten DNA aus über 100 Proben des großen Brustmuskels von Personen im Alter von 18 bis 85 Jahren. Sie identifizierten 20 DNA-Methylierungsstellen, sogenannte CpGs, die stark mit dem Alter assoziiert waren. Diese CpGs wurden in Genen gefunden, die an Muskelfunktion, Stressreaktion, Stoffwechsel und altersbedingten Krankheiten beteiligt sind. Mithilfe dieser Marker erstellte das Team zwei maschinelle Lernmodelle zur Vorhersage des Alters: eines mithilfe von Next-Generation Sequencing (NGS) und eines mithilfe von Single Base Extension (SBE). Beide Modelle waren sehr genau, mit durchschnittlichen Vorhersagefehlern zwischen 3,8 und 5,5 Jahren.

Die neuen „epigenetischen Uhren“ übertrafen bestehende Altersvorhersagemodelle, die für andere Gewebetypen entwickelt wurden. Bei der Anwendung auf Herz- und Uterusmuskeln zeigten diese Modelle jedoch eine viel geringere Genauigkeit, was die Notwendigkeit gewebespezifischer Ansätze bei der molekularen Altersschätzung verstärkt.

Über die Vorhersage des Alters hinaus liefert die Studie auch Erkenntnisse darüber, wie sich die DNA-Methylierung auf die Muskelalterung auswirken kann. Mehrere der identifizierten CpGs befanden sich in Regionen, die die Genexpression regulieren, was mit einer Verringerung dieser in älteren Muskelproben verbunden ist. Einige der betroffenen Gene stehen im Zusammenhang mit Sarkopenie, einem altersbedingten Verlust von Muskelmasse und Kraft.

Insgesamt stellt diese Studie zwei zuverlässige und kostengünstige Methoden zur Altersschätzung anhand der Skelettmuskulatur vor, selbst wenn die DNA teilweise abgebaut ist, was sie besonders nützlich in forensischen Umgebungen macht. Es bietet auch einen Weg nach vorn für die Entwicklung künftiger Therapien, die den altersbedingten Muskelschwund verlangsamen können, und verdeutlicht, wie sich die Alterung der Skelettmuskulatur je nach Population, Gewebetyp und anatomischer Lage unterscheiden kann.


Quellen:

Journal reference:

Yang, S.-B., et al. (2025). Epigenetic aging signatures and age prediction in human skeletal muscle. Aging. doi: 10.18632/aging.206341. https://www.aging-us.com/article/206341/text