Bei der Krankenpflegeausbildung geht es nicht nur um klinische Fähigkeiten. Es prägt auch die Werte, Einstellungen und das Verantwortungsbewusstsein derjenigen, die Pflege leisten. In Japan folgen die meisten Pflegeprogramme staatlich vorgeschriebenen Lehrplänen, die den Schwerpunkt auf Qualifikationen legen und den Universitäten nur begrenzten Raum lassen, ihre eigenen Missionen zu formulieren. Katholische Universitäten stechen jedoch heraus. Ihre Pflegefähigkeiten verankern spirituelle und ethische Perspektiven und stellen Mitgefühl, Würde und Dienstbereitschaft in den Mittelpunkt des Berufs.

Eine von Professor Naoko Tsukamoto gemeinsam mit Frau Aya Watanabe, Frau Yoko Takiguchi und Frau Yukiko Katagiri von der Fakultät für Humanwissenschaften der Sophia-Universität, Abteilung für Krankenpflege, Japan, durchgeführte Studie wurde online in der Zeitschrift veröffentlicht Internationale Studien zur katholischen Pädagogik untersuchte am 5. August 2025, wie katholische Identität in japanischen Krankenpflegefakultäten zum Ausdruck kommt.

Die Forscher identifizierten die Werte, die katholische Pflegefakultäten betonen, und die Art und Weise, wie sie den Studierenden vermittelt werden, indem sie Universitätswebsites analysierten und Interviews mit Pflegeverwaltern führten.

Prof. Tsukamoto erklärt: „Diese Studie identifizierte vier Schlüsselwerte, die von Pflegefakultäten/-abteilungen an katholischen Universitäten in Japan geschätzt werden: ‚Alle Menschen lieben‘, ‚Ganzheit des Menschen, die sich mit Gott verbindet‘, ‚Perspektive auf die Macht von Schwäche und Leiden‘ und ‚Pflegestudenten als verantwortungsbewusste Mitglieder des Pflegeberufs‘.“

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Die Studie ergab, dass diese Werte aktiv in die Bildung eingebettet sind und mit der katholischen Soziallehre übereinstimmen. Wie Prof. Tsukamoto feststellt: „Krankenpflegefakultäten/-abteilungen an katholischen Universitäten in Japan verbreiten Werte, die mit der katholischen Soziallehre im Einklang stehen, und bemühen sich, diese durch verschiedene Mechanismen zu verbreiten und sowohl in Form als auch Inhalt ausreichend katholische Identität zum Ausdruck zu bringen.“

Die Wirkung dieser Werte geht über die Klassenzimmer hinaus. Studierende fühlen sich oft aufgrund ihrer Mission zu katholischen Universitäten hingezogen, studieren fleißig und machen ihren Abschluss als mitfühlende Fachkräfte. Prof. Tsukamoto fügt hinzu: „Studenten, die sich für Krankenpflegefakultäten/-abteilungen an katholischen Universitäten interessieren, schreiben sich ein, weil sie von deren Bildungsauftrag fasziniert sind. Während ihrer gesamten Ausbildung studieren sie fleißig, verinnerlichen die Werte und machen ihren Abschluss als fürsorgliche Krankenpfleger.“

Die Studie legt nahe, dass diese Werte letztendlich die Patientenversorgung prägen. An katholischen Fakultäten ausgebildete Krankenschwestern bieten eher Trost, der die Widerstandsfähigkeit stärkt und die Genesung oder einen friedlichen Tod unterstützt. Durch die Integration glaubensbasierter Perspektiven in die Berufsausbildung bieten katholische Universitäten eine Ausbildung, die sowohl einzigartig als auch zutiefst menschlich ist.

Um diese Werte zu fördern, nutzen Fakultäten mehrere Mechanismen. Zu den Lehrplänen gehören Pflichtveranstaltungen wie „Einführung in das Christentum“ und „Christentum und Bioethik“. Kapellen, katholische Zentren und regelmäßige Messen bieten Gelegenheit zum Nachdenken, während Studentengruppen und Freiwilligenprogramme Gemeinschaft schaffen. Die praktische Ausbildung, die oft bereits im ersten Jahr beginnt, ermöglicht es den Studierenden, diese Werte in der realen Pflege zu leben, von der Unterstützung todkranker Patienten bis hin zur Unterstützung bei der Katastrophenhilfe.

Während Herausforderungen bestehen bleiben, darunter begrenztes katholisches Personal und eine ungleichmäßige Zusammenarbeit zwischen Krankenpflege- und Theologieabteilungen, bewahren die katholischen Krankenpflegefakultäten in Japan weiterhin ihre Identität. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass ihre Mission nicht nur die Krankenpflegeausbildung bereichert, sondern auch eine besondere Anziehungskraft für angehende Studenten bietet, die eine sinnvolle Karriere im Gesundheitswesen anstreben.

Mit Blick auf die Zukunft könnte der Einfluss der katholischen Krankenpflegeausbildung im nächsten Jahrzehnt stärker werden. Absolventen, die Liebe, Ganzheitlichkeit und Verantwortung verkörpern, könnten dazu beitragen, das Gesundheitswesen in Japan neu zu gestalten und sicherzustellen, dass Mitgefühl und Würde in einer zunehmend technischen Welt weiterhin im Mittelpunkt der Pflege stehen.


Quellen:

Journal reference:

Tsukamoto, N., et al. (2025). Characteristics of Catholic identity in the nursing faculties/departments of Catholic universities in Japan: an examination of university homepages and interviews with administrators of nursing departments. International Studies in Catholic Education. doi.org/10.1080/19422539.2025.2535335