Eine neue Studie zeigt, dass sich das Herz-Kreislauf-System jugendlicher Sportler durch Erhöhung des Blutdrucks, der Arteriensteifheit und des Herzwachstums an eine erhöhte kardiorespiratorische Fitness anpassen kann. Die Studie wurde in Zusammenarbeit zwischen der Technischen Universität München und der Universität Ostfinnland durchgeführt und die Ergebnisse im American Journal of Physiology-Heart and Circulatory Physiology veröffentlicht.

Die langfristigen kardiovaskulären Auswirkungen intensiver sportlicher Betätigung und Leistungssport bei Teenagern haben wenig Beachtung gefunden, da klinische Endpunkte und Krankheiten in der pädiatrischen Bevölkerung selten sind.

In der vorliegenden Studie wurden 142 pädiatrische Sportler aus der MuCAYA-Studie (Münchener Herz-Kreislauf-Anpassung bei jungen Sportlern), die eine Sportklinik an der Technischen Universität München in Deutschland besuchten, ein Jahr lang nachbeobachtet. Bei diesen Sportlern wurde die aerobe Fitness nach dem Goldstandard mit einem gasanalysierten Fahrradergometer-Fitnesstest, einer Echokardiographie der Herzstruktur und -funktion sowie vaskulären Beurteilungen der arteriellen Steifheit, des zentralen systolischen Blutdrucks und der Intima-Media-Dicke der Halsschlagader zu Beginn und bei der Nachuntersuchung wiederholt gemessen.

Das aerobe Fitnessniveau der pädiatrischen Sportler war hoch und stieg innerhalb eines Jahres an. Dieser Anstieg war jedoch paradoxerweise mit einer erhöhten Herzmasse, auch bekannt als ventrikuläre Hypertrophie, sowie einem erhöhten zentralen Blutdruck, einer erhöhten arteriellen Steifheit und einer erhöhten Intima-Media-Dicke der Halsschlagader verbunden – Veränderungen, die normalerweise nicht als vorteilhaft für die kardiovaskuläre Gesundheit angesehen werden. Beispielsweise gilt eine übermäßige Herzvergrößerung als Risikofaktor für Herzversagen im Erwachsenenalter. Die Berücksichtigung von Faktoren wie Alter, Geschlecht und Body-Mass-Index veränderte die Ergebnisse nicht wesentlich.

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Unsere Studie zeigt, dass besonders aktive Kinder und Jugendliche von einer gesteigerten Ausdauer und Fitness profitieren. Gleichzeitig passt sich ihr Herz-Kreislauf-System auf noch nicht vollständig verstandene Weise an und kann langfristige Auswirkungen auf den Blutdruck, die Gefäßsteifheit und die Herzstruktur haben. Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass intensive körperliche Aktivität in der Jugend komplexe physiologische Anpassungen auslöst und dass es wichtig ist, diese Prozesse genauer zu untersuchen, um die Gesundheit körperlich aktiver Kinder und Jugendlicher bestmöglich zu unterstützen.“

Dr. Lisa Baumgartner, Hauptautorin der Studie, von der Technischen Universität München, Deutschland

„Diese Ergebnisse unterstreichen auch, wie wichtig es ist, junge Sportler sorgfältig zu überwachen. Während Kinder und Jugendliche viele Vorteile aus dem Sport ziehen, kann intensives Training das Herz-Kreislauf-System spürbar belasten. Für uns in der präventiven Pädiatrie bedeutet dies, dass eine engmaschige ärztliche Betreuung und regelmäßige Kontrollen unerlässlich sind, um mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen. Nur so können junge Sportler die Vorteile des Sports voll ausschöpfen, ohne dass ihre Herzgesundheit langfristig beeinträchtigt wird“, sagt Professorin Dr. Renate Oberhoffer, Lehrstuhlinhaber und Professor für Präventive Pädiatrie an der Technischen Universität München in Deutschland.

„Diese neuen Ergebnisse stehen im Einklang mit unseren früheren groß angelegten Erkenntnissen unter britischen Nicht-Sportlern, bei denen mäßige bis starke körperliche Aktivität mit einer leichten Zunahme der Herzgröße verbunden war“, sagt Andrew Agbaje, Arzt und außerordentlicher Professor (Dozent) für klinische Epidemiologie und Kindergesundheit an der Universität Ostfinnland und leitender Autor der Studie.

Agbaje fügt hinzu: „Erwachsene Spitzensportler haben nachweislich ein erhöhtes Risiko für Herz- und Gefäßerkrankungen sowie für einen plötzlichen Herztod. Während für die allgemeine Gesundheit mäßige bis starke körperliche Aktivität von Jugend auf empfohlen wird, muss der Anpassungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems an anstrengende Übungen mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden.“

Die deutsche Studie wurde finanziell unterstützt von der Deutschen Stiftung für Herzforschung eV, Stipendium 428, Nummer F06/18.


Quellen:

Journal reference:

Baumgartner, L., et al. (2025). Longitudinal Association of Peak Oxygen Uptake with Vascular and Cardiac Structure and Function in German Paediatric Athletes. AJP Heart and Circulatory Physiologydoi.org/10.1152/ajpheart.00570.2025