Genetische Studie deckt einzigartige Mutationen bei chinesischen Patienten mit hypertropher Kardiomyopathie auf
Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM), eine häufige genetische Herzerkrankung, wird häufig durch Mutationen in Sarkomer-bezogenen Genen verursacht. Obwohl die genetische Grundlage in europäischen Populationen umfassend untersucht wurde, ist die genetische Grundlage bei chinesischen Individuen noch immer kaum verstanden.
In einer bahnbrechenden Querschnittsstudie analysierten Forscher des West China Hospital und der University of Birmingham Sequenzierungsdaten des gesamten Exoms von 593 chinesischen und 1.232 britischen HCM-Patienten sowie Kontrollpersonen. Sie fanden heraus, dass chinesische Patienten eine deutlich höhere Belastung durch seltene Varianten tragen (52,8 % gegenüber 13,6 % im Vereinigten Königreich), der Anteil pathogener oder wahrscheinlich pathogener (P/LP) Varianten jedoch in beiden Gruppen ähnlich war.
Bemerkenswerterweise wurden zwei Mutationen – MYBPC3 c.3624del und TNNT2 c.300C>G – als spezifisch für die chinesische Kohorte identifiziert und machten 2,9 % bzw. 1,5 % der Fälle aus. Die Studie deckte auch stärkere Assoziationen mit Genen für dünne Filamente und Myosin-Leichtketten bei chinesischen Patienten auf, während nicht-verkürzende MYBPC3-Varianten in der britischen Kohorte stärker ausgeprägt waren.
Verwendung des Tools genebereduzierten die Forscher die Rate der Varianten unsicherer Signifikanz (VUS) auf 46,8 %, übertrafen damit andere Klassifizierungstools und verbesserten die diagnostische Klarheit.
Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung ethnizitätsspezifischer genetischer Datenbanken und verfeinerter Interpretationsrahmen, um Fehlklassifizierungen zu vermeiden und das klinische Management von HCM in verschiedenen Bevölkerungsgruppen zu verbessern.
Quellen:
Wang, J., et al. (2025). Genetic architecture of hypertrophic cardiomyopathy in individuals of Chinese and United Kingdom ancestry. Precision Clinical Medicine. doi.org/10.1093/pcmedi/pbaf019