Zusammenfassung der Studie über Fettleibigkeit und Leukämie

Fettleibigkeit kann als Treibstoff für Leukämie wirken, sagen Wissenschaftler der Indiana University School of Medicine. Um vielen Patienten, die mit aggressiven Blutkrebsarten konfrontiert sind, zu helfen, haben die Forscher eine potenzielle neue Behandlungsstrategie identifiziert. Diese Strategie kombiniert beliebte Medikamente zur Gewichtsreduktion mit entzündungshemmenden Arzneimitteln. Die Ergebnisse wurden kürzlich im Journal of Clinical Investigation veröffentlicht.

Was ist Fettleibigkeit und wie beeinflusst sie Leukämie?

Fettleibigkeit ist ein Zustand, bei dem eine Person übermäßig viel Körperfett hat. Dies erhöht das Risiko für bestimmte Blutkrebsarten wie Leukämie. Die Forscher wollten herausfinden, wie Fettleibigkeit den Körper verändert, sodass Leukämie gedeihen kann.

„Diese Studie bietet ein grundlegend neues Verständnis dafür, wie metabolische Erkrankungen – insbesondere Fettleibigkeit – direkt den Beginn und die Fortschreitung von Leukämie beeinflussen können. statt Fettleibigkeit nur als passiven Risikofaktor zu betrachten, sehen wir sie nun als aktiven biologischen Treiber, der den Stoffwechsel, Entzündungen und Krebs miteinander verbindet.“

Reuben Kapur, PhD, Direktor des IU School of Medicine Herman B Wells Center for Pediatric Research und einer der Hauptautoren der Studie

Studienergebnisse

Die Wissenschaftler haben elektronische Gesundheitsdaten von über 440.000 Menschen im UK Biobank analysiert und Experimente an Mäusen durchgeführt. Dabei entdeckten sie, dass Fettleibigkeit einen Zustand chronischer Entzündung schafft, der das Wachstum von veränderten, leukämieauslösenden Blutzellen beschleunigt. Diese schädliche Umgebung ist durch hohe Werte eines entzündungsfördernden Moleküls namens IL-17A und einen Rückgang seiner natürlichen GLP-1 Stoffwechsel-Signale gekennzeichnet.

Neue Behandlungsansätze

Beide Wirkungswege können mit leicht verfügbaren Medikamenten angegangen werden. In der Studie testeten die Wissenschaftler einen dualen Therapieansatz, der Antikörper gegen IL-17A, die derzeit zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen eingesetzt werden, mit Medikamenten kombiniert, die die GLP-1-Signalisierung fördern und in verschiedenen beliebten Diabetes- und Gewichtsreduktionsmedikamenten verwendet werden. Sie fanden heraus, dass die Kombination eines IL-17A-Blockers mit einem GLP-1-Arzneimittel erfolgreich die Menge an Leukämie verringerte und die Immunfunktion bei dicken Mäusen verbesserte.

Zukünftige Perspektiven

„Da diese Therapien bereits verfügbar sind und ein etabliertes Sicherheitsprofil haben, erhöhen unsere Ergebnisse die Möglichkeit, sie entweder allein oder in Kombination zu verwenden, um die Ergebnisse für Patienten mit Hochrisiko-myeloischen Leukämien zu verbessern“, sagte Santhosh K. Pasupuleti, PhD, Assistenzprofessor für pädiatrische Forschung an der IU School of Medicine und Mitautor der Studie. „Diese Strategie könnte helfen, das Fortschreiten der Leukämie zu reduzieren und gleichzeitig die metabolische Gesundheit zu verbessern und die Anti-Tumor-Immunität wiederherzustellen.“

Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Das Team plant, den neuen Therapieansatz in klinischen Studien zu evaluieren, um weiter zu bestimmen, ob die Kombination von IL-17A-Inhibitoren mit GLP-1-Arzneimitteln sicher und effektiv den Patienten mit fettleibigkeitsbedingter Leukämie zugutekommen kann. Zukünftige Studien werden auch untersuchen, welche Patienten am ehesten von dieser Behandlung profitieren können und wie sich dies auf andere Krebsarten übertragen lässt.

„Die breitere Bedeutung dieser Arbeit geht über Leukämie hinaus“, sagte Kapur. „Der Nachweis, dass metabolische Dysfunktionen Immunantworten umprogrammieren können, um die Krebsprogression zu fördern, hat Auswirkungen auf verschiedene bösartige Erkrankungen und legt nahe, dass metabolische Interventionen ein grundlegender Bestandteil der Krebsprävention und -therapie werden könnten.“

Pasupuleti und Kapur sind Forscher im Bereich Hämatologische Malignome und Stammzellbiologie am Wells Center sowie im IU Melvin and Bren Simon Comprehensive Cancer Center.

Auch Rahul Kanumuri, Kanaka Sai Ram Padam, Baskar Ramdas, Lakshmi Reddy Palam, Ramesh Kumar und Laura Haneline von der Indiana University School of Medicine sind Mitautoren der Studie. Weitere Autoren sind Linke Li, Satoshi Koyama, Pradeep Natarajan und Zhi Yu vom Broad Institute von Harvard und MIT; sowie Chiranjeevi Pasala, Gabriela Chiosis vom Memorial Sloan Kettering Cancer Center.

Diese Forschung wurde durch Mittel der National Institutes of Health, der Riley Children’s Foundation, des Ralph W. und Grace M. Showalter Research Trust, der Leukemia Research Foundation und der Alex’s Lemonade Stand Foundation unterstützt.


Quellen:

Journal reference:

Kapur, R., et al. (2026). Targeting GLP1R and IL17A suppresses obesity-induced leukemia in an oncogenic PTPN11 mutation-driven model. Journal of Clinical Investigation. DOI: 10.1172/jci202856. https://www.jci.org/articles/view/202856