Einleitung
Obwohl die Impfabdeckung bei Kindern in den Vereinigten Staaten insgesamt relativ hoch bleibt, zeigt eine nationale Studie, dass der Wohnort eines Kindes, die Ressourcen seiner Familie und der Zugang zu medizinischer Versorgung weiterhin darüber entscheiden, wer vollständig geschützt ist.
Überblick der Studie
Eine kürzlich veröffentlichte Studie im Journal JMIR Public Health Surveillance zeigt, dass die Impfabdeckung bei Kindern in den USA weiterhin durch soziale und strukturelle Ungleichheiten beeinflusst wird. Forscher der Indiana University haben Daten aus der National Immunization Survey-Child (NIS-Child) von 2010 bis 2023 analysiert und dabei gleichbleibende Unterschiede in Bezug auf die Bildung der Mütter, das Haushaltseinkommen, den Versicherungsstatus, die Sprache und die Region festgestellt.
Trotz einer insgesamt hohen Impfabdeckung gibt es weiterhin Ungleichheiten. Dies unterstreicht die Notwendigkeit von Public-Health-Strategien, die sich auf Gleichheit konzentrieren, um den Zugang zu verbessern und alle Kinder vor impfpräventablen Krankheiten zu schützen. Diese Ergebnisse verdeutlichen die besorgniserregende Rückkehr von Krankheiten, die durch Impfungen verhindert werden können, und die Dringlichkeit, Impflücken zu schließen.
Was sind soziale Determinanten?
Soziale Determinanten sind Faktoren in der Gesellschaft, die das Gesundheitsverhalten und den Zugang zur Gesundheitsversorgung beeinflussen. Dazu gehören Dinge wie Bildung, Einkommen und ob jemand eine Versicherung hat. Diese Faktoren können bestimmen, ob Kinder die notwendigen Impfungen erhalten oder nicht.
National Immunization Survey
In dieser Querschnittsanalyse analysierten die Forscher die NIS-Child-Daten von 2010 bis 2023, um die Impfquote in der frühen Kindheit zu untersuchen. Die Studie umfasste Kinder im Alter von 19 bis 35 Monaten mit von Gesundheitsdienstleistern verifizierten Impfaufzeichnungen, die durch telefonische Haushaltsbefragungen, Einwilligung der Eltern und Nachverfolgung bei Impfprovidern gewonnen wurden.
Das Hauptziel war zu überprüfen, ob die Kinder den empfohlenen Impfstatus aufwiesen, basierend auf altersgerechten Impfempfehlungen. Dazu zählten auch die Kombinationsimpfungen gegen sieben Krankheiten (DTaP, Polio, Masern-Mumps-Röteln, Hib, Hepatitis B, Varizellen und Pneumokokken). Weitere Impfungen wie Influenza, Rotavirus und Hepatitis A wurden separat bewertet.
Aussichten auf Impfdisparitäten
Die Impfdeckung bei US-Kindern hat im Laufe der Zeit zwar bescheidene Fortschritte gemacht, aber die zugrunde liegenden Ungleichheiten sind signifikant geblieben. Forscher fanden heraus, dass die Abschlussraten für die Kombinationsimpfung von etwa 71 % zu Beginn des Studienzeitraums auf fast 77 % im Jahr 2023 gestiegen sind, während die Reaktionsraten der Gesundheitsdienstleister gesenkt wurden. Ältere Kinder waren durchweg eher vollständig geimpft, während eine größere Haushaltsgröße ein ständiges Hindernis darstellt, was auf logistische Herausforderungen in größeren Familien hindeutet.
Die Impfungen zeigten einen ungleichen Verlauf. Während die Influenza-Impfung von 66 % im Jahr 2010 auf 78 % im Jahr 2022 stieg, blieb die Aufnahme von Hepatitis A vergleichsweise niedrig. Kernimpfungen wie Polio und Masern-Mumps-Röteln haben eine Abdeckung von über 90 % beibehalten, während Rotavirus und Influenza zwischen 2022 und 2023 zurückgingen. Besonders bei jüngeren Kindern im Alter von 19-23 Monaten klaffte eine Lücke, die sich nach der COVID-19-Pandemie vergrößerte. Dies deutet auf Störungen bei den regelmäßigen Impfplänen hin.
Schlussfolgerungen für die Impfpolitik
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die Schließung der Impflücken in den Vereinigten Staaten Politiken erfordert, die über den universellen Zugang hinausgehen und sich auf Gleichheit konzentrieren. Eine Verbesserung der Versicherungsabdeckung, die Stärkung von Medicaid und Investitionen in gemeindebasierte sowie kulturell angepasste Aufklärung können helfen, die anhaltenden Hindernisse im Zusammenhang mit Einkommen, Bildung, Sprache und geographischen Unterschieden zu überwinden. Die Verbesserung der Kommunikation zwischen Anbietern und Patienten sowie des Zugangs in unterversorgten Regionen sollte Vorrang haben, insbesondere für größere Haushalte und benachteiligte Gruppen.
In Zukunft müssen politischen Entscheidungsträger und Forscher soziale Determinanten in die Impfplanung und -bewertung integrieren. Längsschnitt- und staatliche Analysen sowie qualitative Forschung können helfen, zugrunde liegende Mechanismen zu klären und Risikogruppen zu identifizieren. Indem Impfstrategien mit den breiteren sozialen und strukturellen Realitäten in Einklang gebracht werden, können zukünftige Einsätze effektiver dazu beitragen, Ungleichheiten zu verringern und den Schutz vor impfpräventablen Krankheiten aufrechtzuerhalten.
Die Autoren weisen auch darauf hin, dass eine Beschränkung der Analyse auf von Anbietern verifizierte Aufzeichnungen eine Selektionsverzerrung einführen kann und dass Schätzungen aus dem Zeitraum nach 2020 mit Vorsicht interpretiert werden sollten, da sich die Teilnahme und die Reaktionsmuster der Anbieter während und nach der Pandemie verändert haben.
Quellen:
- Majji, R.K., Zhuang, Y., Pabon-Rodriguez, F.M. (2026). Social Determinants of Childhood Vaccination Coverage in the United States Using National Immunization Survey Data From 2010 to 2023: Cross-Sectional Study. JMIR Public Health Surveillance, 12, e81746. DOI: 10.2196/81746, https://publichealth.jmir.org/2026/1/e81746