Eine von Dr. Jason Pitt, leitender Forscher am Cancer Science Institute of Singapore (CSI Singapore), geleitete Studie hat acht neue „Signaturen“ von DNA-Mustern (Gewinne und/oder Verluste) bei Brustkrebs identifiziert.
Durch die Analyse von fast 2.800 Genomen hat das Team systematisch Veränderungen in der Anzahl der DNA-Kopien bei Brustkrebs profiliert, mit dem Ziel, die zugrunde liegenden Mechanismen der Tumorentwicklung besser zu verstehen und zu bewerten, wie sich diese strukturellen genomischen Veränderungen auf klinische Ergebnisse auswirken.
Die identifizierten Signaturen könnten dazu beitragen, zukünftige Diagnosewerkzeuge zu verfeinern und Brustkrebspatientinnen besser mit gezielten Therapien zu versorgen.
Während genomische Instabilität ein Kennzeichen von Krebs ist, stützten sich frühere Forschungen oft auf breite Muster, die für viele verschiedene Arten der Krankheit gelten. Diese neue Studie, die am 14. Mai 2026 in Cancer Research veröffentlicht wurde, untersuchte speziell Brustkrebsgenome aus dem Cancer Genome Atlas (TCGA) und METABRIC, beides Open-Access-Datenbanken.
Das Forschungsteam konnte bekannte, umfassende genetische Signaturen in detailliertere, krankheitsspezifische Kategorien aufschlüsseln und so eine komplexe Wechselwirkung zwischen der Genominstabilität und der Immunmikroumgebung des Tumors aufdecken.
Neue DNA-Veränderungsmuster versprechen eine verbesserte Diagnostik
Die Studie identifizierte acht de novo (neu extrahierte) DNA-Gewinn- und Verlustsignaturen, die für Brustkrebs spezifisch sind. Es differenzierte die unterschiedlichen genomischen Auswirkungen von BRCA1- und BRCA2-Mutationen und beobachtete, dass Patienten mit relativ stabilen („ruhigen“) Genomen und geringer Makrophageninfiltration tendenziell bessere Überlebensergebnisse hatten.
Diese identifizierten Signaturen könnten dazu beitragen, zukünftige Diagnoseinstrumente zu verfeinern, beispielsweise die Erkennung homologer Rekombinationsdefizite zu verbessern, um Patienten besser auf zielgerichtete Therapien wie PARP-Inhibitoren abzustimmen.
Um sicherzustellen, dass diese Erkenntnisse der breiteren wissenschaftlichen Gemeinschaft zugute kommen, haben die Forscher den CNA Visualizer ins Leben gerufen. Dieses frei zugängliche Webtool ermöglicht es Wissenschaftlern weltweit, mit dem umfangreichen Datensatz verschiedener Krebsgenome zu interagieren und ihn visuell zu untersuchen. Die Entwicklung dieses umfassenden Frameworks und Webportals liefert wichtige biologische Erkenntnisse über Brustkrebs und genomische Instabilität und liefert die notwendigen Werkzeuge für zukünftige Studien zu verschiedenen Krebsarten.
Nächste Schritte
Die nächste Phase dieser Forschung wird sich auf die Validierung dieser genetischen Signaturen im klinischen Umfeld konzentrieren, um ihre Zuverlässigkeit bei der Vorhersage von Patientenreaktionen auf eine gezielte Therapie zu bewerten. Darüber hinaus planen Dr. Pitt und sein Team, weiter zu untersuchen, wie das Zusammenspiel zwischen Genominstabilität und der Mikroumgebung des Tumors die langfristigen klinischen Ergebnisse beeinflusst.
Quellen: