Anhaltende Ungleichheiten bei der Krebsvorsorge für Angehörige sexueller und geschlechtlicher Minderheiten
Neue Forschungsergebnisse haben anhaltende Unterschiede in der Krebsvorsorge bei verschiedenen Bevölkerungsgruppen mit sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität (SOGI) aufgedeckt. Die von Wiley online veröffentlichte Studie in KREBSeine von Experten begutachtete Zeitschrift der American Cancer Society, stellte fest, dass besondere Bedenken hinsichtlich der Früherkennung von Gebärmutterhals- und Brustkrebs bestehen.
Um SOGI-Unterschiede bei der Krebsvorsorge und -prävalenz zu bewerten, analysierten die Forscher Daten aus dem Behavioral Risk Factor Surveillance System 2018–2022, einer landesweit repräsentativen jährlichen Telefonumfrage unter Erwachsenen in den USA.
Unter den 663.924 Befragten, die für verschiedene Krebsfrüherkennungstests in Frage kamen, war die Wahrscheinlichkeit, dass Frauen, die Minderheiten mit sexueller Orientierung angehören (wie Schwule und Bisexuelle), Früherkennungstests auf Gebärmutterhalskrebs bzw. Brustkrebs erhielten, im Vergleich zu heterosexuellen Frauen um 8 % bzw. 16 % geringer. Bei Männern, die Minderheiten mit sexueller Orientierung angehören, war die Darmkrebs-Früherkennungsrate um 10 % höher als bei heterosexuellen Männern. Verglichen mit dem Cisgender-Status war der Status einer geschlechtsspezifischen Minderheit (z. B. Transgender) mit einer um 42 % bzw. 76 % geringeren Wahrscheinlichkeit einer Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs bzw. Brustkrebs verbunden, wobei es bei der Früherkennung von Darmkrebs keine Unterschiede gab. SOGI war nicht mit signifikanten Unterschieden in der Krebsprävalenz verbunden.
Die aktuellen Daten verdeutlichen, dass Bevölkerungsgruppen sexueller und geschlechtlicher Minderheiten, insbesondere Transgender-Personen, mit erheblichen Ungleichheiten beim Zugang zu Brust- und Gebärmutterhalskrebs-Früherkennungsuntersuchungen konfrontiert sind. Die Studie unterstreicht die dringende Notwendigkeit gezielter Interventionen, einschließlich einer verbesserten Schulung der Anbieter und politischer Reformen, um diese Lücken zu schließen und eine gerechte, integrative Versorgung sicherzustellen.“
Timothy M. Pawlik, MD, MPH, PhD, leitender Autor, Wexner Medical Center der Ohio State University
Quellen:
Arena, L., et al. (2026). Sexual orientation and gender identity based disparities in colorectal, cervical, and breast cancer screening in the United States. Cancer. DOI: 10.1002/cncr.70462. https://acsjournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/cncr.70462