Eine neue Studie veröffentlicht in JMIR XR und Spatial Computing zeigt, dass die Art und Weise, wie Virtual-Reality-Therapeutika (VRx) den Patienten vorgestellt werden, ein entscheidender Faktor dafür ist, wie erfolgreich sie die Technologie anwenden. Die randomisierte Machbarkeits-Pilotstudie baut auf zunehmenden Belegen dafür auf, dass digitale Virtual-Reality-Therapeutika ein starkes klinisches Potenzial für die Behandlung von Symptomen wie Angstzuständen, Schmerzen und Leiden aufweisen. Anstatt die klinische Wirksamkeit zu bewerten, konzentriert sich die Studie auf eine entscheidende Implementierungsfrage: Wie strukturiertes Onboarding und die Einbindung von Anbietern dazu beitragen können, eine konsistente Einbindung, Einhaltung und Einführung von VRx durch die Patienten in der realen Pflege zu fördern.

Während sich frühere digitale Therapieforschung hauptsächlich auf die klinische Wirksamkeit konzentrierte, isolierte diese Studie experimentell den Onboarding-Prozess, um zu bewerten, wie sich unterschiedliche Implementierungsstrategien auf die frühe Technologieakzeptanz, Benutzerfreundlichkeit und Protokolltreue auswirken.

Das Onboarding-Experiment

Das Forschungsteam bewertete 31 erwachsene Teilnehmer mit begrenzter Virtual-Reality-Erfahrung in drei unterschiedlichen Implementierungsumgebungen:

  • Ungeführte Nutzung: Die Teilnehmer erhielten das VR-Headset mit der therapeutischen Anwendung und minimalen Anweisungen vorinstalliert.

  • Selbstgesteuerte Unterstützung: Die Teilnehmer erhielten das Headset zusammen mit asynchronen physischen Materialien, Kurzanleitungen, einem In-App-Tutorial und Zugang zu einem Chatbot zur Fehlerbehebung.

  • Anbietergeführter Support: Die Teilnehmer erhielten die selbstgesteuerten Materialien in Kombination mit einer kurzen, schriftlichen 5-minütigen Beratung mit einem geschulten Anbieter, der eine simulierte Verschreibung, Sicherheitsüberprüfung, Geräteanpassung und geführte Ersteinrichtung durchführte.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Erhöhte Adhärenz: Teilnehmer, die ein vom Anbieter unterstütztes Onboarding erhielten, zeigten im Vergleich zur Gruppe ohne Anleitung eine deutlich höhere zeitliche Adhärenz ($P=0,04$) und eine längere Gesamtdauer des Engagements bei der VRx-Intervention.

  • Verbesserte Technologieakzeptanz: In allen Gruppen führte eine kurze Exposition gegenüber der VR-Therapie zu statistisch signifikanten Verbesserungen der allgemeinen Technologieakzeptanz ($P<0,001$), obwohl die Werte moderat blieben, was darauf hindeutet, dass sich frühe Wahrnehmungen schnell ändern, aber einer kontinuierlichen Verstärkung bedürfen.

  • Günstige Bedienbarkeit: Die vom Anbieter unterstützte Gruppe zeigte das günstigste Usability-Muster, einschließlich weniger beobachteter Fehler und höherer Usability-Bewertungen. Beobachtungsdaten zeigten, dass der von Menschen geleitete Aufbau die anfängliche Frustration und Besorgnis verringerte, verglichen mit der alleinigen Verwendung selbstgesteuerter physischer oder digitaler Materialien.

  • Hohe Verträglichkeit: Die Intervention wurde in allen Kohorten gut vertragen, es wurden nur geringe Fälle von Cybersickness gemeldet und es gab keine Studienabbrüche aufgrund von Nebenwirkungen.

Über Virtual-Reality-Therapeutika wird oft im Hinblick auf klinische Ergebnisse gesprochen, aber die Akzeptanz in der realen Welt hängt von viel mehr ab, als nur davon, ob die Technologie funktioniert. In dieser Pilotstudie schien bereits eine kurze, vom Anbieter unterstützte Onboarding-Interaktion einen Unterschied darin zu machen, wie die Teilnehmer mit VRx umgingen, wie sicher sie sich fühlten und wie genau sie der beabsichtigten Verwendung folgten. Um digitale Therapeutika und neue Technologien in der Routineversorgung zu skalieren, müssen wir über die Intervention selbst hinausdenken. Wir müssen die Rollen von Anbietern und Patienten besser definieren und den Weg entwerfen, wie diese Tools eingeführt, unterstützt und in den klinischen Arbeitsablauf und das tägliche Leben der Patienten integriert werden.“

Ashlyn Zebrowski, PhD, Hauptautorin

Die qualitativen Ergebnisse kontextualisierten diese Kennzahlen und zeigten, dass eine kurze Einbindung des Anbieters klinische Legitimität begründete und klare Erwartungen festlegte, was sich direkt auf die Art und Weise veränderte, wie die Teilnehmer mit der Technologie umgingen.

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Anerkennung für Exzellenz

Die Hauptautorin Ashlyn Zebrowski, PhD, vom Carolina Health Informatics Program und der School of Information and Library Science der University of North Carolina in Chapel Hill, war eine von fünf Empfängern des JMIR Publications Early Career Researcher Award 2025. Diese Studie in JMIR XR und Spatial Computing stellt einen Schlüsselbestandteil der mit dieser Auszeichnung anerkannten Forschung dar.


Quellen:

Journal reference:

Zebrowski, A., et al. (2026) Evaluating the Effects of Clinician Prescribing and Implementation Materials on Adoption of Virtual Reality Therapeutics: Randomized Feasibility Pilot Study. JMIR XR and Spatial Computing. DOI: 10.2196/90626. https://xr.jmir.org/2026/1/e90626