Eine Studie der Universität Hiroshima mit mehr als 31.000 Patienten ergab, dass eine Lungenentzündung häufiger nach der Entfernung von Beatmungsschläuchen auftrat als während der Beatmung, wobei sich die meisten Fälle innerhalb von ein bis zwei Wochen nach der Operation entwickelten. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass es sich bei dieser unterschätzten Erkrankung möglicherweise um eine eindeutige klinische Entität handelt, die mit einer Schluckstörung zusammenhängt – und dass eine frühzeitige Beurteilung und Intervention, einschließlich der Identifizierung von Hochrisikopatienten, der Schlüssel zur Prävention und verbesserten Ergebnissen sein könnte.
Eine Lungenentzündung, die sich nach der Entfernung eines Endotrachealtubus entwickelt, kann die Genesung und Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Während die mechanische Beatmung zur Unterstützung der Atmung sowohl bei Notfall- als auch bei elektiven Operationen unter Vollnarkose ein gängiges und lebensrettendes Verfahren ist, kommt es bei einigen Patienten nach der Extubation zu Schluckbeschwerden. Dies kann zur Aspiration führen, wenn Nahrungsmittel oder Flüssigkeiten in die Atemwege gelangen, was zu einer Lungenentzündung führen kann, die möglicherweise eine Antibiotikabehandlung erfordert.
In der Studie, die am Hiroshima University Hospital in Hiroshima, Japan, durchgeführt wurde, untersuchten die stellvertretende Oberschwester Junko Hirayama, der Dozent Masahiro Nakamori von der Graduate School of Biomedical and Health Sciences und Kollegen die Inzidenz von Post-Extubations-Pneumonie (PEP) bei nicht notfallmäßigen Operationen, identifizierten Hochrisiko-Patientenmerkmale und verglichen PEP mit beatmungsassoziierter Pneumonie (VAP), die sich bei mechanischer Beatmung entwickelt.
Bei der Analyse der Aufzeichnungen zwischen 2016 und 2023 stellte das Team fest, dass 212 Patienten (0,67 %) nach der Entfernung des Atemschlauchs eine Lungenentzündung entwickelten, verglichen mit 27 Fällen von VAP. Die Forscher identifizierten PEP als eigenständige klinische Erkrankung und nicht als routinemäßige postoperative Komplikation. Das Papier wurde am 16. März veröffentlicht Wissenschaftliche Berichte.
Alter, Geschlecht und BMI sind Risikofaktoren
Patienten, bei denen eine PEP auftrat, waren tendenziell älter als diejenigen, bei denen dies nicht der Fall war. Männer hatten ein um 65 % höheres Risiko als Frauen, während Patienten mit einem niedrigen Body-Mass-Index (BMI <18,5) oder einer Bewusstseinsstörung ebenfalls ein deutlich höheres Risiko hatten.
Die Wahrscheinlichkeit einer Lungenentzündung war bei einer Vielzahl von Eingriffen erhöht – nicht nur bei Kopf- und Halsoperationen, sondern auch bei Magen-Darm-, Atemwegs-, Herz-Kreislauf- und orthopädischen Operationen –, was darauf hindeutet, dass das PEP-Risiko bei allen Arten von Operationen berücksichtigt werden sollte.
Potenzial zur Prävention
Die Studie unterstreicht die Auswirkungen von PEP auf die postoperative Genesung und Lebensqualität.
Besonders besorgniserregend war, dass diese Patienten ursprünglich mit der Erwartung einer Besserung durch eine Operation aufgenommen wurden, sich ihr Gesundheitszustand jedoch aufgrund von Komplikationen verschlechterte.“
Junko Hirayama, stellvertretende Oberschwester, Hiroshima University Hospital
Nakamori betonte, dass PEP möglicherweise vermeidbar sei.
„Wir glauben, dass eine frühzeitige Beurteilung und Intervention mit Schwerpunkt auf der Schluckfunktion durch ein multidisziplinäres Team – darunter Ärzte, Zahnärzte, Krankenschwestern, Apotheker, Ernährungsberater, Dentalhygieniker und Rehabilitationsfachkräfte – für die Verbesserung der klinischen Ergebnisse von entscheidender Bedeutung sind“, erklärte er.
Quellen:
Hirayama, J., et al. (2026). Risk factors for postextubation pneumonia using diagnosis procedure combination and claims data in Japan. Scientific Reports. DOI: 10.1038/s41598-026-44666-3. https://www.nature.com/articles/s41598-026-44666-3