Einführung in die Biologika bei Psoriasis
Etwa drei Viertel der Menschen, die gut auf die neuesten Arten von Biologika gegen Psoriasis ansprechen, können sicher ihre Dosis reduzieren, oft sogar um die Hälfte. Diese Medikamente wirken dann ebenso effektiv, wie eine Studie zeigt, die von der Radboud Universität Medizinszentrum und dem Universitätsspital Gent geleitet wurde. Dieses Ergebnis führt zu weniger Injektionen und spart bis zu 8.500 Euro pro Patient und Jahr.
In den Niederlanden leiden etwa eine halbe Million Menschen an Psoriasis, einer entzündlichen Erkrankung, die die Haut, die Nägel und die Gelenke betrifft. Obwohl es bisher kein Heilmittel gibt, wurden in den letzten zwanzig Jahren wirksame Medikamente eingeführt. Diese Biologika, die die Interleukine (IL)‑17 oder IL‑23 hemmen, reduzieren die Symptome erheblich. ‚Diese Medikamente verändern das Leben‘, sagt Elke de Jong, Dermatologin und Professorin für entzündliche Hautkrankheiten. ‚Aber die Patienten müssen sie ihr Leben lang verwenden, und die Kosten sind hoch: etwa 17.000 Euro pro Patient und Jahr für die neuesten und wirksamsten Biologika.‘
Dosisreduktion
Forscher zeigen nun, dass diese Biologika auch bei 75 % der Patienten mit zwei Dritteln oder sogar nur der halben Standarddosis gut wirken. Eine schrittweise Reduzierung der Medikation unter medizinischer Aufsicht erwies sich als sicher und ebenso effektiv zur Kontrolle der Symptome im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, die die normale Dosis fortsetzte. Dies belegen Studienergebnisse von 244 Patienten aus 19 niederländischen und belgischen Krankenhäusern, die vom Radboudumc und dem Universitätsspital Gent geleitet wurden. Die Patienten wurden über 18 Monate hinweg beobachtet.
Die Reduzierung der Medikation hat viele Vorteile. ‚Wir haben die Dosis gesenkt, indem wir die Zeit zwischen den Injektionen verlängert haben. Dadurch benötigen die Patienten seltener Injektionen. Einige Patienten injizieren nur einmal alle sechs Monate‘, erklärt der Epidemiologe Juul van den Reek vom Radboudumc. ‚Dies verringert auch das Risiko von Nebenwirkungen und ist nachhaltiger, da weniger von diesen Medikamenten produziert und transportiert werden müssen.‘
Anpassung der Leitlinien
Laut De Jong finden es die Patienten oft spannend, ihre Biologika zu reduzieren: ‚Die Patienten haben Angst, dass ihre Symptome zurückkehren. Oft haben sie eine lange Geschichte mit Psoriasis; manche hatten zwanzig Jahre lang Symptome, bevor sie mit Biologika begonnen haben. Daher durften die Studienteilnehmer jederzeit während der Studie zur Standarddosis zurückkehren, wenn sie dies wünschten, was die Kontrolle ermöglichte. Das machte die Studie pragmatisch und nahe an der klinischen Praxis.‘
Die Forscher empfehlen nach wie vor dringend Biologika, möchten jedoch in die Leitlinien aufnehmen, dass die Dosierung oft reduziert werden kann.
Diese erste große prospektive Studie in vielen Krankenhäusern liefert genügend Beweise, um damit zu beginnen, die Leitlinien sowohl in den Niederlanden als auch in Belgien anzupassen. Der effiziente Einsatz von Gesundheitsressourcen ist heutzutage sehr relevant.
Jo Lambert, Professor, Universitätsspital Gent
Untersuchte Biologika
Die folgenden Biologika wurden in der Studie untersucht:
- IL-17-Inhibitoren: Secukinumab, Ixekizumab, Bimekizumab, Brodalumab
- IL-23-Inhibitoren: Guselkumab, Risankizumab, Tildrakizumab
Quellen:
van den Reek, J. M. P. A., et al. (2026). Dose Reduction of IL17 and IL23 Inhibitors in Psoriasis (BeNeBio study): An International, Pragmatic, Multicentre, Randomised, Controlled, Non-Inferiority Trial. The Lancet Regional Health – Europe. DOI: 10.1016/j.lanepe.2026.101721. https://www.thelancet.com/journals/lanepe/article/PIIS2666-7762(26)00133-X/fulltext