Eine norwegisch-schwedische klinische Studie, die im New England Journal of Medicine (NEJM) veröffentlicht wurde, zeigt, dass Rituximab, eine kostengünstige B-Zell-depletierende Therapie, bei neu diagnostizierter schubförmiger Multipler Sklerose (MS) genauso wirksam ist wie Ocrelizumab. Die als OVERLORD-MS bekannte Studie ist die erste randomisierte, doppelblinde Direktstudie, in der die beiden Therapien bei früher MS verglichen werden. Patienten aus ganz Norwegen und Schweden wurden 30 Monate lang mittels MRT und klinischen Untersuchungen beobachtet.

Die Forscher fanden eine vergleichbare Wirksamkeit und Sicherheit zwischen den Behandlungen.

Diese Studie zeigt, dass eine hochwirksame MS-Behandlung zu deutlich geringeren Kosten durchgeführt werden kann, ohne die Ergebnisse für die Patienten zu beeinträchtigen.“

Øivind Torkildsen, Professor an der Universität Bergen und beratender Neurologe am Haukeland University Hospital

Erweiterung des Zugangs zu einer frühen, hochwirksamen Behandlung

Eine frühzeitige Behandlung mit hochwirksamen Therapien wird zunehmend als entscheidend für die Verbesserung der langfristigen Ergebnisse bei MS angesehen. Allerdings schränken die hohen Kosten vieler moderner MS-Therapien den Zugang weltweit ein.
Die Ergebnisse von OVERLORD-MS könnten daher erhebliche Auswirkungen nicht nur auf die Nachhaltigkeit der Gesundheitsversorgung in Ländern mit hohem Einkommen, sondern auch auf den Zugang zu Behandlungen in Regionen mit niedrigem und mittlerem Einkommen haben.

„In vielen Teilen der Welt haben Patienten aufgrund von Kostenbarrieren immer noch keinen Zugang zu modernen MS-Therapien. Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass wirksame Behandlungen für weitaus mehr Menschen verfügbar werden könnten“, sagte Torkildsen.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Norwegen gehört zu den Ländern mit den umfassendsten praktischen Erfahrungen mit Rituximab bei MS, und die Studie liefert die ersten hochrangigen randomisierten Beweise, die diese Strategie unterstützen.

Relevanz für die EBV-MS-Forschung

Die OVERLORD-MS-Studie liefert auch wichtiges biologisches Material und mechanistische Erkenntnisse zur umfassenderen EBV-MS-Forschungsinitiative, einer von der EU finanzierten Zusammenarbeit, die die Rolle des Epstein-Barr-Virus (EBV) bei der Entwicklung und dem Fortschreiten der MS untersucht.

Da Rituximab und Ocrelizumab durch die Depletion von B-Zellen wirken, dem Hauptreservoir für latente EBV-Infektionen, wird das während der Studie gesammelte Biomaterial nun verwendet, um zu untersuchen, wie die Depletion von B-Zellen EBV-bezogene Immunmechanismen bei MS beeinflusst. Dies schafft eine einzigartige Brücke zwischen klinischer Behandlungsforschung und translationaler EBV-fokussierter MS-Forschung.

Öffentlich finanzierte akademische Forschung mit globaler Wirkung

Die Studie wurde von Neuro-SysMed koordiniert und durch das norwegische nationale klinische Studienprogramm KLINBEFORSK öffentlich finanziert.

Forscher heben die Studie als Beispiel dafür hervor, wie unabhängige akademische klinische Studien Beweise mit unmittelbaren Auswirkungen auf Patienten, Gesundheitssysteme und globale Behandlungsgerechtigkeit liefern können.


Quellen:

Journal reference:

Torkildsen, Ø., et al. (2026) Rituximab versus Ocrelizumab in Newly Diagnosed Relapsing Multiple Sclerosis. New England Journal of Medicine. DOI: 10.1056/NEJMoa2600993. https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2600993