Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) und seine Auswirkungen auf schwangere Frauen in China

Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) betrifft weltweit etwa 6% bis 20% der Frauen im gebärfähigen Alter. Es bleibt oft unentdeckt und wird besonders während der Schwangerschaft schlecht behandelt, was zu hohen Gesundheitskosten führt. Im Jahr 2020 wurde die wirtschaftliche Belastung durch PCOS auf jährlich 8 Milliarden Dollar geschätzt, wobei 375 Millionen Dollar auf schwangerschaftsbedingte Komplikationen entfielen. Chinas universelle Zwei-Kind-Politik hat zu einem Anstieg von Schwangeren im höheren Alter geführt, zu einer größeren Nutzung von assistiven Fortpflanzungstechnologien und zu einer Vermehrung von Mehrlingsschwangerschaften, was die Gesundheitsrisiken für Frauen mit PCOS weiter erhöht hat. Allerdings gibt es nur wenige großangelegte Studien, die die Prävalenz und die Ergebnisse für Mutter und Fötus bei schwangeren Frauen mit PCOS untersucht haben. Der Einfluss von Chinas sich wandelnden Fertilitätspolitiken auf diese Gruppe bleibt weitgehend unklar.

Zusammenfassung der Studie

Um diese Lücke zu schließen, analysierte ein Forschungsteam vom West China Second University Hospital, Sichuan University, Daten aus dem chinesischen Mutter-Nah-Verlust-Überwachungssystem, das den Zeitraum von 2012 bis 2021 abdeckte. Insgesamt wurden 14.083.975 schwangere Frauen aus 438 Krankenhäusern in 30 Provinzen einbezogen. Die Stichprobe umfasste sowohl städtische als auch ländliche Gebiete sowie östliche, zentrale und westliche Regionen Chinas, um eine gute nationale Repräsentativität sicherzustellen. Es wurde eine unterbrochene Zeitreihenanalyse verwendet, um Trends während der Universal-Zwei-Kind-Politik zu untersuchen, und Poisson-Regression wurde verwendet, um die Risiken für Mütter und Fetus im Zusammenhang mit PCOS zu schätzen. Weitere Analysen wurden durchgeführt, um Risikogruppen zu identifizieren. Die Ergebnisse wurden am 25. Juni 2026 online veröffentlicht und in der Ausgabe 13 des Chinese Medical Journal am 5. Juli 2026 veröffentlicht.

„Unsere Studie, die ein Jahrzehnt an Daten und eine großangelegte, national repräsentative Stichprobe umfasst, liefert epidemiologische Daten und zeigt die Auswirkungen von Chinas Fertilitätspolitiken auf schwangere Frauen mit PCOS in China,“ erklärt der zuständige Forscher des West China Second University Hospital. „Die universelle Zwei-Kind-Politik hat bedeutende Veränderungen im reproduktiven Bereich Chinas mit sich gebracht, und unsere Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, der Gesundheit schwangerer Frauen mit PCOS mehr Aufmerksamkeit zu schenken.“

Wachsender Anteil von PCOS bei schwangeren Frauen

Die Studie zeigte, dass die Prävalenz von PCOS unter schwangeren Frauen in China von 0,79 pro 10.000 im Jahr 2012 auf 19,0 pro 10.000 im Jahr 2021 gestiegen ist. Schwangere Frauen mit PCOS hatten signifikant erhöhte Risiken für mehrere unerwünschte Mütter- und Fötus-Ergebnisse, einschließlich:

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  • Diabetes (angepasstes relatives Risiko [aRRs] 2.10, 95% Konfidenzintervall [CI] 1.95–2.26)
  • Gestationshypertonie (aRR 2.37, 95% CI 2.07–2.72)
  • Preeklampsie (aRR 2.29, 95% CI 2.04–2.57)
  • Überlagerte Preeklampsie (aRR 5.28, 95% CI 3.87–7.21)
  • HELLP-Syndrom (aRR 1.84, 95% CI 1.09–3.10)

Außerdem hatten Frauen mit PCOS ein erhöhtes Risiko für einen Kaiserschnitt (aRR 1.32, 95% CI 1.25–1.39).

Einfluss auf die Fötus-Gesundheit

In Bezug auf die Fötus-Ergebnisse hatten Frauen mit PCOS ein erhöhtes Risiko für:

  • Fehlgeburten (aRR 1.66, 95% CI 1.20–2.30)
  • Frühgeburten (aRR 1.81, 95% CI 1.63–1.99)
  • Untergewichtige, vollendete Babys (aRR 1.38, 95% CI 1.18–1.62)
  • Übergewichtige Babys (aRR 1.37, 95% CI 1.25–1.51)
  • Neugeborenen-Asphyxie (aRR 1.72, 95% CI 1.32–2.24)

„PCOS ist mit einer Reihe von ungünstigen Mütter- und Fötus-Ergebnissen verbunden, insbesondere bei Personen mit spezifischen Risikofaktoren wie fortgeschrittenem mütterlichem Alter, unzureichender Schwangerenvorsorge, Erstgebärendheit und Mehrlingsschwangerschaften.“ bemerkt ein Mitglied des Forschungsteams. „Diese Ergebnisse betonen die Notwendigkeit von gezielten klinischen Interventionen und bieten wertvolle Einblicke zur Verbesserung von Gesundheitsstrategien in dieser Population.“

Schlussfolgerung

Zusammenfassend zeigt die Studie, dass die Prävalenz von PCOS unter schwangeren Frauen in China von 2012 bis 2021 einen erheblichen Anstieg verzeichnet hat, mit einem langfristigen relativen Zuwachs nach der Einführung der universellen Zwei-Kind-Politik und signifikanten regionalen Variationen. Die Studie bestätigte außerdem, dass schwanger Frauen mit PCOS signifikant erhöhte Risiken für ungünstige mütterliche und neugeborene Ergebnisse haben, was die Notwendigkeit gezielter klinischer Interventionen für Hochrisikogruppen unterstreicht. Diese Erkenntnisse sind wichtige Referenzen zur Verbesserung der geburtshilflichen Managementstrategien für schwangere Frauen mit PCOS in China.


Quellen:

Journal reference:

Zhang, Y., et al. (2026). Prevalence, trends, and maternal–fetal outcomes in pregnant women with polycystic ovary syndrome in Chinese mainland. Chinese Medical Journal.  DOI: 10.1097/CM9.0000000000004132. https://www.ovid.com/jnls/cmj/fulltext/10.1097/cm9.0000000000004132~prevalence-trends-and-maternalfetal-outcomes-in-pregnant