Herzgesundheit von Frauen in benachteiligten Stadtteilen

Frauen, die in benachteiligten Nachbarschaften leben, haben eine schlechtere Herzgesundheit und erfahren einen schnelleren Rückgang ihrer Herzgesundheit beim Annähern an die Menopause, so eine langfristige Studie des Harvard Pilgrim Health Care Institute.

In dieser Studie wurden 1.200 Frauen in Massachusetts über mehr als 20 Jahre hinweg untersucht, von der Schwangerschaft bis zur Lebensmitte. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Circulation: Population Health and Outcomes veröffentlicht und basierten auf Messungen der Herzgesundheit zu fünf Zeitpunkten, wobei ein Punktesystem verwendet wurde, das sich aus acht Gesundheits- und Lebensstilfaktoren zusammensetzte: Blutdruck, Cholesterin, Schlaf, Ernährung und körperliche Aktivität.

Wichtigste Ergebnisse

Frauen, die in den sozial am stärksten benachteiligten Nachbarschaften lebten, erzielten über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahrzehnten etwa 6 bis 10 Punkte niedrigere Werte in der Herzgesundheit im Vergleich zu Frauen, die in den am wenigsten benachteiligten Nachbarschaften lebten. Diese Unterschiede waren bereits drei Jahre nach der Einschreibung erkennbar und hielten bis zur Lebensmitte an. Sie erlebten auch einen schnelleren Rückgang ihrer Gesundheit vor der Menopause, einem entscheidenden Zeitraum für das steigende Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Sozioökonomische Faktoren beeinflussten ebenfalls die Ergebnisse. Frauen mit geringerem Einkommen, weniger Bildung oder die sich als nicht-hispanische Schwarze identifizierten, erzielten während der gesamten Studie niedrigere Herzgesundheitspunkte.

Da Herzerkrankungen die häufigste Todesursache bei Frauen darstellen, unterstreichen diese Ergebnisse, wie langfristige Belastungen durch soziale und Umweltbedingungen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Laufe der Zeit beeinflussen.

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Selbst geringe Unterschiede in den Herzgesundheitspunkten können von Bedeutung sein. Frühere Untersuchungen deuten darauf hin, dass kleine Rückgänge in diesen Punkten mit höheren Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Mortalität verbunden sind, was die potenziellen langfristigen Auswirkungen dieser Unterschiede verdeutlicht.

„Unsere Studie zeigt, dass die Herzgesundheit in der Lebensmitte von mehr als nur persönlichen Entscheidungen beeinflusst wird. Einkommen, Bildung und die Bedingungen im Wohnviertel spielen alle eine Rolle“, sagte Izzuddin Aris, der Senior-Autor und Dozent an der Harvard Medical School.

Die Bedingungen im Wohnviertel beeinflussten die Herzgesundheit weiterhin, selbst nachdem die Forscher Einkommen und Bildung berücksichtigt hatten. Frauen, die über Jahre in stark benachteiligten Nachbarschaften lebten, erzielten kontinuierlich niedrigere Punktzahlen und hatten schlechtere Entwicklungen in ihrer Herzgesundheit.

„Die Jahre vor und um die Menopause sind möglicherweise eine wichtige Zeit, um die Herzgesundheit von Frauen zu unterstützen“, fügte Aris hinzu. „Dies gilt insbesondere für Frauen, die in unterversorgten Nachbarschaften leben.“

Bedeutung für die Prävention

Die Ergebnisse heben die Möglichkeiten hervor, den Zugang zu gesunden Lebensmitteln, sicheren Orten für körperliche Aktivität und qualitativ hochwertiger Gesundheitsversorgung zu verbessern, damit Frauen ihre Herzgesundheit über die Zeit schützen können.

Über Project Viva

Die Studie basierte auf Daten des Project Viva, einer langfristigen Forschungsstudie, die Frauen seit der Schwangerschaft zu Beginn der 2000er Jahre bis zur Lebensmitte begleitet. Die Forscher sammelten über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg wiederholt Gesundheitsdaten, wodurch diese Studie langfristige Muster in der Herzgesundheit erfassen konnte.


Quellen: