Laut einer neuen Studie, die Daten aus zwei großen landesweiten Schulumfragen analysiert, empfinden Jugendliche in Kalifornien Cannabis durchweg als weniger schädlich als andere häufig konsumierte Substanzen. Shu-Hong Zhu, PhD, Professor an der Herbert Wertheim School of Public Health and Human Longevity Science der UC San Diego und Co-Autoren, untersuchte, wie Jugendliche die Risiken des täglichen und gelegentlichen Konsums von Cannabis im Vergleich zu Alkohol, Nikotin-Vapes und Zigaretten einschätzen, und stützte sich dabei auf Antworten von mehr als 175.000 Studenten in Umfragen, die in den Jahren 2019–2020 und 2024 durchgeführt wurden.
Die Ergebnisse zeigen ein klares und anhaltendes Muster: Cannabis wird von den Befragten als die am wenigsten schädliche Substanz angesehen. In der früheren Umfrage hielten etwa zwei Drittel der Jugendlichen den regelmäßigen Cannabiskonsum für schädlich, im Vergleich zu höheren Anteilen bei Alkohol, E-Zigaretten und Zigaretten. Während die Wahrnehmung einer schädlichen Wirkung bei gelegentlichem Konsum bei allen Substanzen geringer war, beunruhigte Cannabis die Jugendlichen nach wie vor am wenigsten. Diese Trends blieben in den Daten aus dem Jahr 2024 stabil, was darauf hindeutet, dass die relativ geringe Wahrnehmung des mit Cannabis verbundenen Risikos bei Jugendlichen im Laufe der Zeit konstant geblieben ist.
Die Studie identifizierte auch wichtige Unterschiede basierend auf Alter, Erfahrung und sozialem Umfeld. Im Gegensatz zu Alkohol und Tabakprodukten, bei denen der wahrgenommene Schaden im Allgemeinen gleich blieb oder mit der Klassenstufe zunahm, nahm die Wahrnehmung des Cannabisrisikos mit zunehmendem Alter der Schüler ab. Jüngere Jugendliche betrachteten Cannabis eher als schädlich, diese Wahrnehmung schwächte sich jedoch ab der 12. Klasse deutlich ab. Darüber hinaus war die Wahrscheinlichkeit geringer, dass Jugendliche, die eine Substanz konsumiert hatten, diese als schädlich empfanden, wobei die größte Wahrnehmungslücke bei Cannabis beobachtet wurde. Auch der Einfluss von Gleichaltrigen spielte eine große Rolle: Jugendliche mit mehr Freunden, die eine Substanz konsumierten, bewerteten diese durchweg als weniger schädlich, wobei die stärkste Wirkung erneut bei Cannabis beobachtet wurde.
Diese Ergebnisse geben Anlass zur Sorge für die öffentliche Gesundheit, da ein geringeres wahrgenommenes Risiko häufig mit einer höheren Wahrscheinlichkeit des Konsums verbunden ist. Obwohl der Cannabiskonsum bei Jugendlichen in den letzten Jahren insgesamt zurückgegangen ist, stellen Forscher fest, dass er aufgrund möglicher Auswirkungen auf die Gehirnentwicklung, die Kognition und die psychische Gesundheit weiterhin Anlass zur Sorge gibt. Die Autoren schlagen vor, dass Präventions- und Aufklärungsbemühungen möglicherweise besser auf Cannabis-spezifische Risiken eingehen müssen, insbesondere da sich verändernde soziale Normen und eine zunehmende Exposition gegenüber Pro-Cannabis-Botschaften möglicherweise Einfluss darauf haben, wie junge Menschen seine Sicherheit wahrnehmen.
Die Studie wurde am 5. Mai 2026 in veröffentlicht Drogen- und Alkoholabhängigkeit.
Quellen:
Agarwal, D., et al. (2026). Adolescents view cannabis as less harmful than cigarettes, nicotine vapes, and alcohol: Findings from two California school surveys. Drug and Alcohol Dependence. DOI: 10.1016/j.drugalcdep.2026.113155. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0376871626001365