Neue Forschungsergebnisse der Universität Durham zeigen, dass die Art und Weise, wie Eltern Säuglinge zum Helfen anweisen und ermutigen, eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung des Hilfsverhaltens spielt und dass diese Ansätze von Kultur zu Kultur unterschiedlich sind.
Die Studie, veröffentlicht in Entwicklungspsychologie, verfolgten 273 Säuglinge und ihre Mütter im Vereinigten Königreich, im ländlichen Uganda und im städtischen Uganda.
Es wurde untersucht, wie frühes Hilfsverhalten entsteht und wie Mütter es in alltäglichen Interaktionen unterstützen.
Kleinkinder nahmen an zwei Arten von Aufgaben teil. In einem Fall wurde spontanes Helfen ohne Aufforderung gemessen, sodass die Forscher sehen konnten, ob Babys selbst helfen würden.
In einem anderen Fall wurde beobachtet, dass Mütter ihre Kinder aufforderten, einfache Aufgaben zu erledigen, wie zum Beispiel das Wegräumen von Gegenständen, was Aufschluss darüber gab, wie Eltern das Hilfsverhalten aktiv steuern.
Die Studie stellte deutliche kulturelle Unterschiede im Erziehungsstil fest.
In beiden ugandischen Situationen erteilten Mütter ihren Säuglingen häufiger direkte und eindringliche Anweisungen, die als „durchsetzungsfähiges Gerüst“ bezeichnet werden. Zum Beispiel: „Legen Sie jetzt den Stift in die Schachtel.“
Im Vereinigten Königreich nutzten Mütter eher Ermutigung, Erklärungen und eine entscheidungsbasierte Sprache, die als „deliberate scaffolding“ bekannt ist. Zum Beispiel: „Mama braucht den Stift für die Schachtel, bitte kannst du Mama helfen, gutes Mädchen!“.
Die Ergebnisse zeigten, dass durchsetzungsfähiges Gerüstbau mit einem höheren Maß an Hilfe verbunden war.
Säuglinge, deren Mütter klare und klare Anweisungen gaben, waren eher bereit, sowohl auf Nachfrage als auch spontan zu helfen, was darauf hindeutet, dass direkte Anleitung ein wirksames Mittel ist, um frühes prosoziales Verhalten zu unterstützen.
Die Untersuchung ergab auch Unterschiede in den kulturellen Erwartungen der Eltern in Bezug auf das Helfen. In Uganda wird Hilfe schon in jungen Jahren erwartet und ist eng mit der gemeinsamen Verantwortung im täglichen Leben verbunden.
Im Vereinigten Königreich wird Hilfe häufiger als eine Frage der persönlichen Entscheidung betrachtet, wobei der Schwerpunkt stärker auf der Unabhängigkeit liegt.
Untersuchungen wie unsere zeigen, dass Säuglinge unabhängig davon, wo sie aufwachsen, schon in jungen Jahren eine starke Motivation haben, zu helfen.
Während man in westlichen Kulturen davon ausgeht, dass Ermutigung das Helfen unterstützt, haben wir festgestellt, dass klare Anweisungen tatsächlich besser funktionieren. Dies war in Uganda häufiger der Fall, wo die Hilfe für Kinder eine Notwendigkeit im täglichen Leben ist.“
Professor Zanna Clay, leitender Autor der Studie, Universität Durham
Die Studie zeigt, dass Säuglinge zwar überall eine natürliche Fähigkeit zeigen, anderen zu helfen, die Art und Weise, wie sich dieses Verhalten entwickelt, jedoch von kulturellen Werten und Erziehungspraktiken geprägt ist.
Die Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig es ist, über den westlichen Kontext hinauszuschauen, um besser zu verstehen, wie sich Zusammenarbeit und soziales Verhalten weltweit entwickeln.
Quellen:
Clay, Z., et. al. (2026) Helping Infants to Help: Cultural Variation in Maternal Scaffolding and the Development of Prosocial Behaviour. Developmental Psychology.