Kinder mit Epilepsie haben ein höheres Risiko, auch an einer Autismus-Spektrum-Störung (ASD) zu leiden. Eine neue Studie in Entwicklungsmedizin und Kinderneurologie untersuchte Faktoren, die mit dem gleichzeitigen Auftreten von Autismus und Epilepsie in einer großen bevölkerungsbezogenen Gruppe verbunden sind.
Für die Studie verglichen Forscher der Mayo Clinic die Prävalenz der Autismus-Spektrum-Störung bei Kindern mit und ohne Epilepsie auf der Grundlage medizinischer Unterlagen und bewerteten damit verbundene Faktoren wie Geschlecht, Alter bei der Autismus-Erkennung und geistige Behinderung. Die Studie umfasste 30.490 Kinder in der Geburtskohorte Olmsted County, Minnesota, von denen bei 257 (0,84 %) vor dem 19. Lebensjahr eine Epilepsie diagnostiziert wurde.
Die Prävalenz von Autismus war bei Kindern mit Epilepsie im Vergleich zu Kindern ohne Epilepsie in allen drei untersuchten Forschungs- und klinischen Definitionen signifikant höher (21,4 % gegenüber 3,2 % bei Verwendung allgemeiner Forschungskriterien, 14,0 % gegenüber 1,6 % bei Verwendung strengerer Forschungskriterien und 7,9 % gegenüber 0,7 % bei klinischer Diagnose).
Kinder mit Epilepsie und Autismus hatten häufiger eine geistige Behinderung (56,5 % gegenüber 15,4 %), waren häufiger weiblich (38,2 % gegenüber 25,8 %) und wurden im Vergleich zu Kindern ohne Autismus in einem jüngeren Alter (7,4 gegenüber 8,7 Jahren) mit Autismus diagnostiziert.
Diese Beobachtungen verdeutlichen klinisch relevante Unterschiede innerhalb dieser Gruppe und unterstreichen die Bedeutung der Früherkennung von Entwicklungsproblemen.“
Mariya Saify. MBBS, Hauptautor
Die leitende Autorin Elaine C. Wirrell, MD, fügte hinzu, dass bei Kindern mit Epilepsie zwar ein erhöhtes Risiko für Autismus besteht, die Erkennung jedoch verzögert erfolgen kann. „Unsere Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung des Screenings auf Autismus in dieser Bevölkerungsgruppe, um eine frühere Diagnose und rechtzeitige Intervention zu unterstützen, die beide für die Verbesserung langfristiger Ergebnisse von entscheidender Bedeutung sind.“
Quellen:
Saify, M., et al. (2026) Autism in Children with Epilepsy: Prevalence in a Population Based Study. Developmental Medicine & Child Neurology. DOI: 10.1111/dmcn.70288. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/dmcn.70288