Pflanzenforscher aus Wales und Uganda haben an einem gemeinschaftlichen Unternehmensprojekt im ländlichen Uganda zusammengearbeitet und dabei als erste ein erschwingliches und hochwirksames Mückenschutzmittel entwickelt, das aus lokal angebauten Katzenminzenpflanzen destilliert wird. Labor- und Feldexperimente zeigen, dass die abweisende Hautlotion auf Katzenminzenbasis genauso wirksam ist wie DEET und eine viel günstigere Alternative für vorbeugende Maßnahmen gegen durch Mücken übertragene Krankheiten in Malaria-Endemiegebieten darstellt und gleichzeitig neue wirtschaftliche Möglichkeiten für die lokale Ugander bietet.

Nepetalacton ist eine Chemikalie, die im ätherischen Öl von Katzenminze enthalten ist. Nepeta catariaund ist die Chemikalie, die bei Katzen Euphoriegefühle hervorruft. Nepetalacton ist auch ein starkes natürliches Insektenschutzmittel und ist sehr wirksam bei der Abwehr von Mücken, die für die Übertragung von Malaria und anderen durch Vektoren übertragenen Krankheiten in Afrika südlich der Sahara verantwortlich sind.

Die insektenabweisenden Eigenschaften von Nepetalacton sind seit langem bekannt, es wurde jedoch nie kommerzialisiert oder von Pharmaunternehmen übernommen, da es nicht patentiert werden kann. Dieses Projekt, vorgestellt auf der Gesellschaft für Experimentelle Biologie Die Konferenz in Florenz, Italien, demonstriert die Validierung von Nepetalacton als wirksames und lokal verfügbares Mückenschutzmittel.

Es besteht ein dringender Bedarf, die Abhängigkeit von Malariamedikamenten zu verringern, da Malaria Resistenzen gegen Medikamente entwickeln kann. Mückenschutzmittel stellen eine der wichtigsten Maßnahmen zur Verringerung des Malariarisikos dar, indem sie die Landung und das Stechen von Mücken verhindern.“

Dr. Simon Scofield, Dozent an der Cardiff University

Derzeit ist DEET der am häufigsten verwendete Wirkstoff in kommerziellen Insektenschutzmitteln und stört die Insektensensoren, um zu verhindern, dass sie auf der menschlichen Haut landen. Der Import von DEET-Produkten nach Uganda kann jedoch sehr teuer sein.

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„DEET ist für die meisten ländlichen ugandischen Subsistenzbauern nicht erschwinglich, daher ist der Kauf kommerziell erhältlicher Mückenschutzmittel einfach nicht praktikabel“, sagt Dr. Scofield. „Wir wollten ein Abwehrmittel herstellen, das hochwirksam ist, aber auch die Einbindung der Menschen vor Ort in den Produktionszyklus ermöglicht, sodass es nur minimale Kosten verursacht.“

Die Verwendung von Nepetalacton gegenüber DEET ist nicht nur günstiger, sondern hat auch den Vorteil, dass Katzenminze im ländlichen Uganda weit verbreitet angebaut werden kann, das Öl leicht zu extrahieren ist, sicher in der Anwendung ist und Benutzer berichten, dass es viel angenehmer riecht als DEET.

Um die Wirksamkeit des Katzenminzenöls als Abwehrmittel zu testen, entwickelten Dr. Scofield und seine Kollegen eine insektenabweisende Handlotion, die das Katzenminzenöl enthielt, die sogenannte DSK-Lotion, und führten sowohl Labor- als auch Feldversuche durch, in denen verglichen wurde, wie Mücken mit verschiedenen Abwehrmittelbehandlungen von der menschlichen Haut angezogen werden.

Bei den Laborexperimenten wurde ein Y-Röhren-Olfaktometer verwendet, um zu testen, ob Mücken unter kontrollierten Bedingungen stärker von mit Abwehrmitteln behandelter Haut oder von Haut ohne Abwehrmittel angezogen werden. Bei den Feldversuchen wurde ein „Human-Landing-Fang-Assay“ verwendet, um zu messen, wie viele wilde Mücken auf menschlicher Haut landeten, die mit verschiedenen Abwehrmittelbehandlungen und Kontrollen behandelt wurde.

„Wir fanden heraus, dass ein 6 %iges Katzenminzenöl genauso wirksam war wie DEET, und das 2 %ige Katzenminzenöl war nur geringfügig weniger wirksam“, sagt Dr. Scofield.

Als gemeinschaftliches Unternehmensprojekt beschäftigte dieses Projekt Arbeiter und Freiwillige aus der Umgebung in allen Aspekten der Lotionsproduktion. DSK Lotion, benannt nach dem örtlichen Gemeindevorsteher Dison Stephen Kalebo, wurde dank externer Fördermittel in lokalen Versuchen kostenlos verteilt. In der nächsten Phase des Projekts wird die Produktion jedoch ausgeweitet und die Lotion zu einem geringen Preis verkauft, um den am Projekt beteiligten lokalen Arbeitern ein nachhaltiges Einkommen zu ermöglichen.

„Sobald wir wissen, dass wir das Abwehrmittel zu geringen Kosten verkaufen und vertreiben können, sollte daraus ein sich selbst tragendes System entstehen, bei dem das Geld in jeder Phase der Entwicklung an alle zurückfließt“, sagt Dr. Scofield.

Dr. Scofield fügt hinzu, dass möglicherweise sogar Spielraum für eine Ausweitung des Projektumfangs auf ganz Afrika und in den globalen Norden besteht, da das Abwehrmittel auch bei anderen beißenden Insekten wie Mücken und Zecken gut wirkt.

Dr. Scofield und sein Team an der Universität Cardiff arbeiten eng mit Forschern der Makerere-Universität, ugandischen Regierungsbeamten und Mitarbeitern von Malariakliniken im Distrikt Budaka im Osten Ugandas zusammen, um die Erprobung und Verteilung des Abwehrmittels zu erleichtern. Das Projekt wird von einer lokalen Organisation namens CEMPOP Uganda Limited geleitet, was für Community Enterprise Model for Plant Oil Production steht.


Quellen: