Eine rechtzeitige HIV-Diagnose und -Behandlung sind entscheidend, um eine Übertragung zu verhindern. Um dies zu ermöglichen, stellen die US-amerikanischen Zentren für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten (CDC) den örtlichen Gesundheitsbehörden und Gemeinschaftsorganisationen Gelder für HIV-Tests zur Verfügung. In einer neuen, vom NIH finanzierten Johns Hopkins Medicine-Studie verwendeten Forscher ein Computermodell, um die Auswirkungen von Finanzierungskürzungen für HIV-Tests zu quantifizieren. Sie schätzen, dass HIV-Infektionen in 18 US-Bundesstaaten um durchschnittlich 10 % zunehmen könnten, wenn diese Finanzierung unterbrochen oder eingestellt würde.

Die HIV-Epidemie dauert seit 40 Jahren an. Die Vereinigten Staaten haben im Laufe der Jahre enorme Fortschritte gemacht: Weniger Menschen infizieren sich und die Behandlung der Infizierten ist besser. In eine Welt einzutreten, in der sich das plötzlich umkehrt, wäre eine große Sache. Die lebenslange Behandlung einer HIV-Infizierten ist teuer, daher spart jede HIV-Infektion, die Sie verhindern können, viel Geld.“

Todd T. Fojo, MD, MHS, Studienleiter, außerordentlicher Professor für Medizin, Johns Hopkins University School of Medicine

Die Studie wurde am 4. Februar in der Zeitschrift veröffentlicht Klinische Infektionskrankheiten.

„Sobald bei Ihnen HIV diagnostiziert wird, werden Sie behandelt, und im Gegenzug können Sie es nicht übertragen“, sagt Fojo. „Wenn mehr Menschen nicht wissen, dass sie HIV haben, weil es keine wirksamen Tests gibt, ist es wahrscheinlicher, dass sie das Virus auf jemand anderen übertragen.“

Das Simulationsmodell untersuchte HIV-Infektionen in 18 Bundesstaaten, wobei die Bevölkerung unterschiedliche Alters-, Rassen- und Geschlechtsgruppen repräsentierte. Das Modell schätzt, wie häufig Bevölkerungsgruppen getestet werden und wie viele dieser Tests mit CDC-Mitteln durchgeführt werden.

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„Betrachtet man die 18 Bundesstaaten insgesamt, gäbe es in den nächsten fünf Jahren 12.751 weitere Infektionen“, sagt Fojo. „Das sind 10 % mehr Infektionen, als wenn die von der CDC finanzierten Tests in ihrem derzeitigen Tempo fortgesetzt würden.“

Laut Fojo variiert die Zahl stark zwischen den Bundesstaaten.

„Der größte Faktor ist, wie viele Tests im Bundesstaat bereits durchgeführt werden und wie viele Tests durch CDC-Mittel durchgeführt werden“, erklärte Fojo. „Zum Beispiel prognostiziert unser Modell im Bundesstaat Washington, dass die Zahl der Infektionen ohne CDC-finanzierte Tests um 2,7 % steigt, in Louisiana würden die Infektionen jedoch um fast 30 % zunehmen. Wir wissen, dass CDC-finanzierte Tests in Louisiana mehr Infektionen diagnostizieren als im Bundesstaat Washington, daher ist die Vorhersage des Modells sinnvoll.“

„Im Allgemeinen“, fügt er hinzu, „wenn man sich Staaten ansieht, in denen es häufiger zu HIV-Epidemien auf dem Land kommt, sind diese Staaten tendenziell stärker betroffen, wenn man die Mittel für HIV-Tests wegnimmt.“

Fojo sagt, dass die nächsten Schritte dieser Forschung darin bestehen, eine umfassendere Vorstellung davon zu bekommen, wie der Verlust von CDC-Mitteln für andere Präventionsaktivitäten aussehen könnte und welche Auswirkungen diese Kürzungen auf HIV-Infektionen in den Vereinigten Staaten hätten.

Zu den weiteren Forschern der Johns Hopkins Medicine gehören Melissa Schnure, Ph.D., Sc.M., Kelly A. Gebo, MD, MPH, und Maunank Shah, MD, Ph.D. Zu den Forschern der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health gehören Ryan Forster, Ph.D., Keri N. Althoff, Ph.D., MPH, David W. Dowdy, MD, Ph.D. und Parastu Kasaie, Ph.D., MS Ruchita Balasubramanian, M.Phil, und William P. Hanage, Ph.D., von der Harvard TH Chan School of Public Health sowie D. Scott Batey, Ph.D., MSW, der Tulane School of Social Work.


Quellen:

Journal reference:

Balasubramanian, R., et al. (2026). The Potential Effect of Ending CDC Funding for HIV Tests: A Modeling Study in 18 States. Clinical Infectious Diseases. DOI: 10.1093/cid/ciag038. https://academic.oup.com/cid/advance-article/doi/10.1093/cid/ciag038/8461738