Wissenschaftler der Virginia Tech am Fralin Biomedical Research Institute sagen, dass das erhöhte Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen nach der Menopause nicht nur auf sinkende Hormonspiegel zurückzuführen sein könnte, sondern auch darauf, wie diese Veränderungen die Genaktivität beeinflussen.

In einem neuen Artikel, der in der Zeitschrift veröffentlicht wurde ZellenForscher untersuchen zunehmende Beweise dafür, dass sinkende Östrogenspiegel die Epigenetik verändern können, das System, das steuert, wann Gene ein- und ausgeschaltet werden. Diese Veränderungen könnten erklären, warum die Häufigkeit von Herzerkrankungen, Diabetes und anderen Stoffwechselerkrankungen bei Frauen nach der Menopause stark ansteigt.

Darüber hinaus identifiziert die Studie einen möglichen Zusammenhang zwischen Östrogenverlust, Veränderungen in der Genregulation und der kardiovaskulären Gesundheit. Laut Sumita Mishra, leitender Autorin der Studie und Assistenzprofessorin am Fralin Biomedical Research Institute am VTC, ist das Epigenom, der gesamte Satz chemischer Modifikationen, die die Genaktivität regulieren, ohne die DNA zu verändern, bei Brustkrebs ausführlich untersucht worden. Über die Funktionsweise dieser Mechanismen im Herzen und im Herz-Kreislauf-System ist jedoch weitaus weniger bekannt.

Die Ergebnisse legen nahe, dass östrogenbezogene Genregulationswege, die in der Krebsbiologie seit langem untersucht werden, möglicherweise auch eine wichtige Rolle für die kardiometabolische Gesundheit spielen. Laut dem National Heart, Lung, and Blood Institute sind Herzerkrankungen die häufigste Todesursache bei Frauen und das Risiko steigt während und nach dem Übergang in die Menopause.

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Seit Jahren konzentrieren wir uns auf den Östrogenverlust als Hauptursache für ein erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen nach der Menopause. Es wird deutlich, dass die Geschichte komplexer ist. Durch die Neuausrichtung der mit der Menopause verbundenen Gesundheitsrisiken auf die Genregulation weist diese Arbeit auf neue Richtungen für zukünftige Behandlungen hin, die möglicherweise über die Hormontherapie hinausgehen und direkter auf diese Regulierungswege abzielen.“

Sumita Mishra, leitende Autorin der Studie und Assistenzprofessorin am Fralin Biomedical Research Institute am VTC

Darüber hinaus interagieren wahrscheinlich genetische Veranlagung und Umweltfaktoren wie Ernährung, Bewegung und Stoffwechselerkrankungen mit diesen Signalwegen und beeinflussen das kardiovaskuläre Risiko nach der Menopause, was über das hinausgeht, was Hormonersatz allein beheben kann.

Anstatt einen einzelnen neuen Mechanismus zu identifizieren, bieten die Ergebnisse der Studie eine neue Möglichkeit, das Problem zu verstehen, indem sie den Hormonverlust mit längerfristigen Veränderungen in der Art und Weise in Verbindung bringen, wie der Körper miteinander verbundene Systeme reguliert, die an der kardiovaskulären und metabolischen Gesundheit beteiligt sind.

Die Studie hebt auch hervor, dass viele bestehende Interventionen zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei postmenopausalen Frauen, darunter lipidsenkende Therapien, glukosesenkende Mittel wie GLP-1-Rezeptoragonisten und SGLT2-Inhibitoren sowie Lebensstilinterventionen wie Ernährung und Bewegung, möglicherweise mit durch Östrogen beeinflussten Genregulationswegen in Konflikt geraten.

Neue Erkenntnisse deuten darauf hin, dass diese Strategien metabolische und entzündliche Signalnetzwerke und in einigen Fällen auch die Art und Weise, wie DNA verpackt und reguliert wird, modulieren können, was dazu beiträgt, aktuelle Therapien mit den Wechseljahren verbundenen biologischen Veränderungen zu verknüpfen.

Die Forscher weisen auch auf eine Lücke im aktuellen Wissen hin und weisen darauf hin, dass ein Großteil der mechanistischen Beweise aus Labor- und präklinischen Studien stammt und dass weitere Forschung am Menschen erforderlich ist, um zu verstehen, wie sich diese Prozesse im Laufe der Zeit entwickeln.

Mit Blick auf die Zukunft werden sich die laufenden Studien im Mishra-Labor darauf konzentrieren, zu verstehen, wie Stoffwechsel- und Genregulationswege in kardiometabolische Erkrankungen, einschließlich der postmenopausalen Gesundheit, integriert sind.

Die neue Studie steht auch im Einklang mit der laufenden Forschung im Mishra-Labor, die sich auf Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion (HFpEF) konzentriert, eine Form der Herzerkrankung, die Frauen überproportional betrifft und nach der Menopause häufiger auftritt. HFpEF steht in engem Zusammenhang mit Fettleibigkeit und Stoffwechselstörungen und bleibt eine große ungelöste klinische Herausforderung.

In verwandten Arbeiten veröffentlicht in HypertonieDas Mishra-Team untersuchte, wie sich östrogenabhängige Signalwege im Herzen und im Gefäßsystem nach der Menopause verändern und zu Veränderungen der Gefäßfunktion und der Stoffwechselregulation beitragen.

Zusammengenommen unterstreichen diese Ergebnisse einen breiteren Forschungsschwerpunkt auf der Frage, wie hormonelle Signale mit molekularen Signalwegen interagieren, die die kardiometabolische Gesundheit bei Frauen nach der Menopause steuern. Diese wachsende Zahl an Arbeiten kann bei der Entwicklung gezielterer Strategien zur Vorbeugung und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen in dieser Bevölkerungsgruppe hilfreich sein.

Mishra ist Mitglied des Center for Exercise Medicine Research und des Center for Vascular and Heart Research am Fralin Biomedical Research Institute. Sie ist außerdem Assistenzprofessorin in der Abteilung für menschliche Ernährung, Lebensmittel und Bewegung am Virginia Tech College of Agriculture and Life Sciences.


Quellen:

Journal reference:

Edwards, A., et al. (2026). Estrogen, Epigenetics, and Cardiometabolic Health: Mechanisms and Therapeutic Strategies in Postmenopausal Women. Cells. DOI: 10.3390/cells15060529. https://www.mdpi.com/2073-4409/15/6/529