Frühgeburten und niedriges Geburtsgewicht tragen weiterhin maßgeblich zum Tod von Neugeborenen und zu langfristigen Entwicklungsproblemen bei. Die Känguru-Mutterpflege, die ursprünglich als Alternative zur unzureichenden Pflege im Brutkasten eingeführt wurde, kombiniert Haut-zu-Haut-Kontakt, ausschließliches Stillen, frühzeitige Entlassung und Nachsorgeunterstützung. Frühere Leitlinien empfahlen die Betreuung von Känguru-Müttern (Känguru-Mutterpflege, KMC) nach der klinischen Stabilisierung, aber neuere Erkenntnisse haben die Aufmerksamkeit auf den Beginn der Pflege unmittelbar nach der Geburt verlagert. Allerdings variiert die Umsetzung in den einzelnen Krankenhäusern stark, mit Unterschieden in Bezug auf Zeitpunkt, Dauer, Überwachung, Personalausstattung, Privatsphäre und Familienunterstützung. Diese Herausforderungen haben den Bedarf an klareren Beweisen dafür, wie sofortige KMC in der klinischen Routinepraxis sicher und effektiv verabreicht werden kann, verstärkt.
Die Überprüfung wurde von Forschern der medizinischen Fakultät der Universitas Indonesia durchgeführt. Dr. Cipto Mangunkusumo National General Hospital; und Universitas Indonesia Hospital, wurde am 14. November 2025 online veröffentlicht (DOI: 10.1007/s12519-025-00993-5). Weltjournal für Pädiatrie. Der Artikel fasst Beweise zusammen, die sofortige und verzögerte KMC bei Frühgeborenen oder Säuglingen mit niedrigem Geburtsgewicht vergleichen, und konzentriert sich dabei auf klinische Ergebnisse, Umsetzungsverfahren, wirtschaftlichen Wert und Hindernisse für die routinemäßige Einführung.
Die Autoren durchsuchten Medline (PubMed), Scopus, EuropePMC und Google Scholar bis Juni 2024 und schlossen fünf randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) ein, in denen sofortige und verzögerte KMC verglichen wurden. Diese Studien deckten sowohl ressourcenarme als auch ressourcenintensive Gebiete ab, darunter Ghana, Indien, Malawi, Nigeria, Tansania, Madagaskar, Norwegen, Gambia und Uganda. Insgesamt zeigte die sofortige Betreuung von Känguru-Müttern (iKMC) ein starkes Überlebenssignal. Die iKMC-Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtete über eine niedrigere 28-Tage-Mortalität in der Gruppe mit sofortiger Pflege als in der Gruppe mit verzögerter Pflege, während andere Studien ähnlich günstige Trends zeigten. iKMC reduzierte auch die Unterkühlung, ein kritisches Risiko für Frühgeborene und Säuglinge mit niedrigem Geburtsgewicht, die Schwierigkeiten haben, die Körpertemperatur zu regulieren. Darüber hinaus kann ein früher Haut-zu-Haut-Kontakt die schützende mütterliche Mikrobiota-Übertragung unterstützen, die im Krankenhaus erworbene Exposition verringern und ein früheres Stillen fördern, was alles die Immunität des Neugeborenen stärken kann. Über die Ergebnisse beim Säugling hinaus weist die Überprüfung auf potenzielle Vorteile für die Mutter hin, darunter eine größere Zufriedenheit und verbesserte Marker für die Erholung nach der Geburt. Wirtschaftsanalysen deuten auch darauf hin, dass iKMC die Kosten für Anbieter und Haushalte senken kann, indem es die Abhängigkeit von ressourcenintensiverer Pflege verringert.
Die Autoren sagten, die Ergebnisse seien starke Argumente dafür, iKMC nicht als optionale Ergänzung, sondern als Kernbestandteil der Neugeborenenversorgung für geeignete Frühgeborene und Säuglinge mit niedrigem Geburtsgewicht zu behandeln. Sie sagten, der Ansatz sei wirkungsvoll, weil er Wärme, Nahrungsunterstützung, Bindung, Infektionsschutz und Familienbeteiligung in einer kostengünstigen Intervention vereint. Gleichzeitig betonten sie, dass der Erfolg von einer sicheren Überwachung, geschultem Personal, geeigneten Einrichtungen und praktischer Unterstützung für Mütter und Betreuer abhängt.
Die Auswirkungen gehen über einzelne Krankenhäuser hinaus. Um iKMC sicher zu skalieren, benötigen Gesundheitssysteme möglicherweise Mutter-Neugeborenen-Intensivstationen (Mutter-Neugeborenen-Intensivstationen), gemeinsame Protokolle zwischen Geburtshilfe- und Neugeborenenabteilungen, familienzentrierte Aufklärung, Datenschutzlösungen und Unterstützung für Väter oder Verwandte als alternative Betreuer. Die Überprüfung identifiziert auch wichtige Lücken: Die langfristigen neurologischen Entwicklungsergebnisse nach iKMC bleiben unklar, die Evidenz aus ressourcenintensiven Umgebungen ist immer noch begrenzt und die Umsetzung bei Säuglingen mit extrem niedrigem Geburtsgewicht erfordert weitere Studien. Bei effektiver Umsetzung könnte iKMC eine seltene Kombination in der globalen Gesundheitsversorgung bieten: eine kostengünstige Intervention, die Leben retten und gleichzeitig den Druck auf überlastete Systeme für Neugeborene verringern kann.
Quellen:
Aryadevi, N. N. B., et al. (2025). Immediate kangaroo mother care: a narrative review of the benefits and barriers. World Journal of Pediatrics : WJP. DOI: 10.1007/s12519-025-00993-5. https://link.springer.com/article/10.1007/s12519-025-00993-5