Forscher der Universität Agder (UiA) haben bereits im Alter von vier Jahren klare Zusammenhänge zwischen der Ernährung von Kindern und ihrer psychischen Gesundheit festgestellt.

Kinder, die viel Obst und Gemüse essen, zeigen weniger Anzeichen von Angst und Unruhe. Wer viel Süßes und Salziges isst, zeigt ein eher störendes Verhalten.

Es gibt einen so klaren Zusammenhang zwischen dem, was wir essen, und unserem körperlichen und geistigen Gefühl, dass wir mehr darüber reden müssen.“

Professorin Nina Cecilie Øverby an der UiA

Zusammen mit ihren Kolleginnen Christine Helle und Elisabet Rudjord Hillesund hat sie die Ernährung und das Verhalten von 363 norwegischen Vierjährigen untersucht.

Mehr Früchte, weniger Schwierigkeiten

„Es gibt eine ganze Reihe von Studien zum Zusammenhang zwischen Ernährung und psychischer Gesundheit, aber die meisten davon konzentrieren sich auf Jugendliche und Erwachsene. Für Kinder in diesem Alter ist die Evidenzbasis begrenzt“, sagt Hillesund.

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Die Eltern der Studie berichteten, wie oft ihre Kinder verschiedene Lebensmittel aßen. Gleichzeitig wurde das Verhalten der Kinder mithilfe eines Fragebogens erfasst, der zwei Arten von Schwierigkeiten misst: internalisierendes Verhalten wie Angst, Traurigkeit und Rückzug sowie externalisierendes Verhalten wie Wut, Unruhe und Konzentrationsschwierigkeiten.

„Je häufiger die Kinder Obst und Gemüse aßen, desto schlechter lagen ihre Werte bei beiden Arten von Verhaltensauffälligkeiten“, sagt Helle.

Kinder, die viele süße und herzhafte Snacks aßen, zeigten häufiger Anzeichen von störendem Verhalten.

„Die Wirkung ungesunder Lebensmittel war tatsächlich stärker als die schützende Wirkung von Obst und Gemüse“, sagt Hillesund.

Mehrere Erklärungen

Warum hängen Ernährung und psychische Gesundheit schon im Kindergartenalter zusammen? Forscher weisen auf mehrere mögliche Erklärungen hin.

Einerseits enthalten Obst und Gemüse Nährstoffe wie Antioxidantien, Folsäure und Mineralstoffe. Diese können dazu beitragen, das Gehirn vor Entzündungen und oxidativem Stress zu schützen. Süßigkeiten und Fette hingegen können die Plastizität des Gehirns in Bereichen, die für die psychische Gesundheit wichtig sind, negativ beeinflussen.

Die Erklärung könnte aber auch im Essen selbst liegen.

„Gemüse essen wir oft zum Abendessen. Gemeinsame Mahlzeiten mit der Familie sind wichtig für die Qualität unserer Ernährung, aber auch für Lebensqualität und Wohlbefinden“, sagt Øverby.

Ursache und Wirkung

Bei der Studie handelt es sich um eine Querschnittsstudie. Dies bedeutet, dass die Forscher eine Momentaufnahme der Zeit haben und nicht mit Sicherheit sagen können, was Ursache und was Wirkung ist.

„Es ist denkbar, dass es für Eltern verlockender ist, einem anspruchsvollen Kind Süßigkeiten zu geben, sei es, um es zu trösten oder seinem Nörgeln nachzugeben“, sagt Hillesund.

Dennoch gehen die Forscher davon aus, dass es am wahrscheinlichsten ist, dass die Ernährung die Kinder beeinflusst. Sie haben mehrere Faktoren berücksichtigt, die ansonsten den Zusammenhang erklären könnten, darunter die finanzielle Situation der Familie und die Bildung der Eltern.

„Die psychische Gesundheit der Mutter ist ein wichtiger Faktor für das Selbstgefühl der Kinder, aber auch das haben wir berücksichtigt“, sagt Helle.

Essen als Prävention

Psychische Gesundheitsprobleme stellen eine große gesundheitliche Herausforderung in der Gesellschaft dar. Unter den Teenagern in Norwegen leiden etwa jedes fünfte Mädchen und jeder zehnte Junge unter hoher psychischer Belastung. Untersuchungen legen nahe, dass Probleme, die in einem frühen Alter auftreten, das Kind oft auch später im Leben beeinträchtigen.

„Es ist wichtig, frühzeitig einzugreifen und dies zu verhindern“, sagt Helle.

Die Forscher glauben, dass die Ergebnisse die bereits geleistete Arbeit im Bereich der öffentlichen Gesundheit unterstützen, weisen aber auch darauf hin, dass noch mehr getan werden sollte. Sie beleuchten Mahlzeiten in Kindergärten, Ernährungsberatung in Gesundheitskliniken, Unterstützung für Eltern und Schulungen für Lehrer.

„Wenn wir über eine gesunde Ernährung sprechen, dann oft im Zusammenhang mit der Vermeidung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wenn wir sechzig sind. Aber Ernährung ist hier und jetzt wichtig für unsere geistige Gesundheit. Kinder müssen sozial sein, sich entwickeln, lernen und mit anderen interagieren. Wir wollen nicht, dass das, was sie essen, dem im Wege steht“, sagt Øverby.


Quellen:

Journal reference:

Øverby, N. C., et al. (2026). Associations Between Aspects of Diet and Internalizing and Externalizing Behaviors in Children Aged 4 Years. Nutrients. DOI: 10.3390/nu18091461. https://www.mdpi.com/2072-6643/18/9/1461