Der Bericht beschreibt, wie die Spenderbildgebung die Ergebnisse einer Lebertransplantation verbessert
Eine Lebertransplantation hängt oft von Entscheidungen ab, die unter Druck getroffen werden. Bei der Spende von Verstorbenen müssen Teams schnell beurteilen, ob eine Leber geeignet ist, ob Fettansammlungen die Funktion des Transplantats gefährden könnten und ob eine unerwartete Gefäßanatomie die Beschaffung oder Implantation erschweren könnte. Bei der Lebendspende steht anders, aber gleichermaßen viel auf dem Spiel: Chirurgen müssen das Transplantat- und Restlebervolumen genau abschätzen und Gallenvarianten identifizieren, die das Risiko postoperativer Komplikationen erhöhen könnten. Die Biopsie bleibt wichtig, aber sie ist invasiv, zeitaufwändig und anfällig für Probenfehler. Aufgrund dieser Herausforderungen ist eine eingehendere Untersuchung erforderlich, wie die Bildgebung vor der Entnahme die Transplantatauswahl, die Operationsplanung und die Transplantationsergebnisse verbessern kann.
Die Überprüfung wurde von Andrea Peloso und Kollegen von den Universitätskliniken Genf und dem Universitätsklinikum Genf durchgeführt. Angenommen (DOI: 10.1016/j.hbpd.2025.12.012) am 12. Dezember 2025, in Hepatobiliäre und Pankreaserkrankungen InternationalDer Artikel analysiert die Rolle der Bildgebung bei verstorbenen und lebenden Leberspendern. Der Schwerpunkt liegt auf der Erkennung von Steatose, der Gefäßkartierung, der Transplantatvolumetrie und der Beurteilung der Gallenanatomie.
Die Autoren stellten fest, dass jede Bildgebungsmodalität unterschiedliche Stärken und Einschränkungen aufweist. Ultraschall (US) ist als schnelles Screening-Instrument am Krankenbett zugänglich, kostengünstig und nützlich, seine Genauigkeit kann jedoch durch Abhängigkeit des Bedieners, Fettleibigkeit, leichte Steatose und störende Leberveränderungen beeinträchtigt werden. Die Computertomographie (CT) ermöglicht eine schnelle und objektive Beurteilung der Lebersteatose mithilfe schwächungsbasierter Messungen wie Hounsfield-Einheiten (HU), Leber-Milz-Verhältnis und Leber-Milz-Schwächungsunterschied. Seine hohe Spezifität macht es wertvoll für die Identifizierung von Transplantaten, die sicher durchgeführt werden können, während Grenzfälle möglicherweise dennoch eine Biopsie erfordern. Die Magnetresonanztomographie (MRT), insbesondere die Protonendichte-Fettfraktion (PDFF), bietet die genaueste nicht-invasive Quantifizierung von Leberfett, obwohl Kosten, Zeit und 24-Stunden-Verfügbarkeit den routinemäßigen Einsatz bei verstorbenen Spendern einschränken. Zur Gefäßbeurteilung kann die Computertomographie-Angiographie (CTA) die meisten klinisch relevanten Leberarterien- und Portalvenenvarianten mit hoher Übereinstimmung mit den chirurgischen Befunden abbilden. Bei der Lebendspende-Lebertransplantation (LDLT) ist die CT- oder MRT-basierte Volumetrie im Allgemeinen genau genug für die Planung, während die Magnetresonanz-Cholangiopankreatographie (MRCP) bei der Identifizierung der Gallenanatomie hilft, aber dennoch eine intraoperative Bestätigung erfordert.
Die Autoren sagten, die Beweise deuten auf eine praktische Änderung in der Art und Weise hin, wie Transplantationsbildgebung verstanden werden sollte. Anstatt nur als präoperative Checkliste zu dienen, kann die Bildgebung zu einem Entscheidungsrahmen werden, der die Transplantatqualität, die chirurgische Durchführbarkeit, die Konservierungsstrategie und das Empfängerrisiko verknüpft. Sie sagten, zukünftige Fortschritte würden von standardisierten Protokollen, multizentrischer Validierung und einer stärkeren Abstimmung zwischen Bildgebungsbefunden, Histologie und intraoperativen Ergebnissen abhängen. In diesem Modell könnte die Bildgebung Teil eines lernenden Gesundheitssystems werden, das die Beurteilung von Lebertransplantaten kontinuierlich verbessert.
Die Überprüfung hat klare Auswirkungen auf Transplantationszentren, die daran arbeiten, den Spenderpool zu erweitern, ohne die Sicherheit zu gefährden. Eine zuverlässigere Bildgebung könnte dazu beitragen, verwendbare Transplantate zu identifizieren, die andernfalls möglicherweise abgelehnt würden, und gleichzeitig Organe mit höherem Risiko auf eine Biopsie, eine genauere Empfängerzuordnung oder eine maschinelle Perfusion zu lenken. Bei Lebendspendern kann eine verbesserte volumetrische und biliäre Kartierung eine sicherere und individuellere Chirurgie ermöglichen. Der nächste Schritt besteht darin, auf Radiomics und künstlicher Intelligenz (KI) basierende Werkzeuge in großen, vielfältigen klinischen Kohorten zu validieren, damit sie von vielversprechenden Forschungsmethoden zu vertrauenswürdigen Entscheidungsunterstützungssystemen in der realen Transplantation übergehen können.
Quellen:
Peloso, A., et al. (2026). From pixels to prognosis: A comprehensive evidence synthesis on pre-retrieval imaging in deceased and living liver donors. Hepatobiliary & Pancreatic Diseases International. DOI: 10.1016/j.hbpd.2025.12.012. https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S1499387225002267?via%3Dihub