Die Studie von Mass General Brigham legt nahe, dass die funktionelle Bildgebung des Gehirns dabei helfen kann, die beschleunigte transkranielle Magnetstimulation bei Depressionen zu steuern.

Eine neue randomisierte klinische Studie von Forschern am Neuroscience Institute und der Abteilung für Psychiatrie von Mass General Brigham legt nahe, dass die Verwendung personalisierter Bildgebung des Gehirns zur Steuerung der transkraniellen Magnetstimulation (TMS) die Ergebnisse für Menschen mit behandlungsresistenter Depression verbessern kann. Die Ergebnisse werden veröffentlicht in JAMA Psychiatrie.

TMS ist eine nicht-invasive Form der Hirnstimulation, bei der Magnetimpulse zur Modulation der Gehirnaktivität eingesetzt werden. TMS hat seit 2008 die FDA-Zulassung für die Behandlung schwerer depressiver Störungen bei Erwachsenen und wird häufig zur Behandlung von Depressionen eingesetzt, die auf Standardbehandlungen nicht angesprochen haben. Die herkömmliche Methode zur Auswahl des TMS-Behandlungsziels basiert jedoch auf Messungen auf der Kopfhaut. Diese Methoden sind praktisch und allgemein verfügbar, sie berücksichtigen jedoch nicht die individuellen Unterschiede in den Gehirnschaltkreisen, die an Depressionen beteiligt sind.

In der neuen Studie testeten die Forscher, ob TMS größere antidepressive Wirkungen hat, wenn Behandlungsziele mithilfe der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT) einer Person ausgewählt werden und nicht mit der herkömmlichen gezielten Messung auf der Kopfhaut. Die Forscher nutzten beschleunigtes TMS (aTMS), einen Ansatz, der mehrere Behandlungssitzungen pro Tag durchführt und einen Behandlungszyklus von mehreren Wochen auf eine einzige Woche verkürzen kann. Ihr bildbasierter Targeting-Ansatz nutzte die funktionelle Konnektivität im Ruhezustand, eine Art funktionelle MRT-Analyse, die misst, wie sich verschiedene Gehirnregionen im Ruhezustand miteinander synchronisieren.

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Neuroimaging hat uns enorm viel über das Gehirn gelehrt, aber es war schwierig zu zeigen, dass Bildgebung die Patientenversorgung direkt verbessern kann. Es ist wichtig, diese Wissenslücke zu schließen, da die Bildgebung die TMS-Behandlung teurer und komplexer macht. Unser Ziel in dieser Studie war es zu messen, wie viel Einfluss unser Ansatz zum bildbasierten Targeting über das herkömmliche Targeting auf der Kopfhaut hinaus haben würde.“

Joseph Taylor, MD, PhD, Korrespondierender Autor, Jonathan F. Borus, MD, Stiftungslehrstuhl für Psychiatrie, Mass General Brigham und Assistenzprofessor für Psychiatrie, Harvard Medical School

An der randomisierten Studie nahmen 40 Erwachsene im Alter von 22 bis 80 Jahren teil, die an einer schweren depressiven Störung und mittelschwerer bis schwerer Therapieresistenz litten. Vor der Behandlung wurde jeder Teilnehmer einer fMRT-Untersuchung unterzogen. Anschließend wurden die Teilnehmer randomisiert, um aTMS zu erhalten, wobei entweder ihr konnektivitätsbasiertes Ziel oder ihr kopfhautbasiertes Ziel verwendet wurde. Teilnehmer und klinische Bewerter waren hinsichtlich der Gruppenzuordnung blind.

Einen Monat nach der Behandlung zeigten Teilnehmer, die konnektivitätsbasiertes Targeting erhielten, eine deutlich stärkere Verbesserung der depressiven Symptome als diejenigen, die kopfhautbasiertes Targeting erhielten. Diese Unterschiede wurden anhand der Montgomery-Åsberg Depression Rating Scale (MADRS) gemessen, einem weit verbreiteten, von Ärzten bewerteten Maß für den Schweregrad einer Depression. Auch die Rücklaufquoten waren in der konnektivitätsbasierten Gruppe höher: 80 % der Teilnehmer erfüllten die Antwortkriterien, verglichen mit 60 % in der kopfhautbasierten Gruppe. Zusammenfassend deuten die Ergebnisse darauf hin, dass konnektivitätsbasiertes Targeting einen klinisch bedeutsamen Einfluss auf die Ergebnisse von Menschen haben könnte, die aTMS wegen behandlungsresistenter Depression erhalten.

Die Ergebnisse bauen auf früheren Untersuchungen von Taylor auf, einschließlich einer kürzlich veröffentlichten Studie Molekulare Psychiatrie das die schaltkreisgesteuerte Modulation von Angstsymptomen bei Personen mit schwerer Depression untersuchte.

„Retrospektive Analysen haben darauf hingewiesen, dass funktionelle Bildgebung zur Verbesserung der Ergebnisse eingesetzt werden könnte, aber die prospektive Evidenz ist begrenzt“, sagte Taylor. „Unsere jüngsten klinischen Studien liefern prospektive Beweise dafür, dass der Einsatz funktioneller Bildgebung zur Steuerung der aTMS-Behandlung klinische Vorteile haben könnte. Diese Erkenntnisse sind wichtig, da aTMS immer breiter verfügbar wird und Entscheidungen darüber getroffen werden, wie diese Intervention für Patienten mit Depressionen und anderen psychiatrischen Erkrankungen skaliert werden kann.“

Die Forscher stellen fest, dass die Studie mehrere Einschränkungen aufweist, darunter eine relativ kleine Stichprobengröße und ein Design an einem einzigen Standort. Sie planen die Durchführung einer größeren Studie, um die Wirksamkeit von konnektivitätsbasiertem aTMS bei verschiedenen Patientenpopulationen weiter zu validieren und die langfristigen Auswirkungen dieses Behandlungsansatzes zu untersuchen.


Quellen:

Journal reference:

Taylor, J., et al. (2026) Connectivity- versus scalp-based targeting of accelerated TMS for depression: A randomized trial. JAMA Psychiatry. DOI: 10.1001/jamapsychiatry.2026.1100. https://jamanetwork.com/journals/jamapsychiatry/fullarticle/2850583