Forscher der Universität Ostfinnland haben einen neuen geometrischen Marker der Hirnventrikel identifiziert, der dabei helfen könnte, vorherzusagen, welche Patienten mit idiopathischem Normaldruckhydrozephalus (iNPH) von einer Shunt-Operation profitieren werden, heißt es in einer kürzlich veröffentlichten Studie Flüssigkeiten und Barrieren des ZNS.
iNPH ist eine wahrscheinlich unterdiagnostizierte Erkrankung bei älteren Erwachsenen, die durch Gangstörungen, Harndrang oder Inkontinenz und kognitiven Verfall gekennzeichnet ist. Im Gegensatz zu den meisten Demenzformen zeichnet sich die iNPH dadurch aus, dass ihre Symptome durch eine rechtzeitige Shunt-Operation oft gebessert oder sogar rückgängig gemacht werden können. Neuroimaging ist für die Diagnose von iNPH von entscheidender Bedeutung. Die aktuellen diagnostischen Marker sind jedoch begrenzt und können nicht genau vorhersagen, welche Patienten von der Behandlung profitieren werden. Infolgedessen profitiert eine beträchtliche Anzahl von Patienten, die sich einer Operation unterziehen, möglicherweise nicht davon. Dies unterstreicht den dringenden Bedarf an genaueren Diagnosetools.
In dieser Studie verwendeten die Forscher Gehirnscans von 170 Patienten mit iNPH. Mithilfe fortschrittlicher 3D-Bildgebung und maschinellem Lernen quantifizierten und analysierten sie die geometrischen Merkmale der Seitenventrikel des Gehirns, um den Erfolg chirurgischer Eingriffe vorherzusagen. Sie fanden heraus, dass ein geometrischer Marker, die Asphärizität, stark mit besseren chirurgischen Ergebnissen verbunden war.
Unsere Ergebnisse legen nahe, dass die Quantifizierung der 3D-Geometrie der Hirnventrikel wichtige Hinweise darauf liefern kann, welche Patienten wahrscheinlich von einer Operation profitieren werden. Dieser Fortschritt bringt uns der besseren Identifizierung von iNPH-Patienten, die wirklich von einer komplexen Gehirnoperation profitieren werden, einen Schritt näher und erspart vielen das Leid einer ineffektiven Behandlung.“
Andrius Penkauskas, Hauptautor der Studie
Dieses Forschungsprojekt wurde im Rahmen der Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen aus dem Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon 2020 der Europäischen Union gefördert.
Quellen:
Penkauskas, A., et al. (2026) Brain ventricle morphology markers in predicting shunt surgery outcome in idiopathic normal-pressure hydrocephalus. Fluids Barriers of the CNS. DOI: 10.1186/s12987-026-00788-4. https://link.springer.com/article/10.1186/s12987-026-00788-4