Die Immun-Checkpoint-Therapie, eine Form der Krebsimmuntherapie, die dem Immunsystem hilft, Tumore zu erkennen und anzugreifen, hat die Krebsbehandlung verändert. Während diese Therapien für einige Patienten dauerhafte Vorteile bringen können, reagieren viele Krebsarten entweder nicht darauf oder werden mit der Zeit resistent. Eine große Herausforderung ist die Mikroumgebung des Tumors – das Netzwerk von Zellen und Signalen, die Tumore umgeben und Immunzellen schwächen und Krebs vor einer Behandlung schützen können. Diese schützende Umgebung kann wie ein Schutzschild wirken, der verhindert, dass die Immuntherapie wirksam wirkt.
Forscher der University of California in San Diego untersuchten, ob microRNAs – kleine RNA-Moleküle, die bei der Kontrolle der Genaktivität helfen – eine Rolle bei der Schaffung dieser behandlungsresistenten Umgebung spielen. Das Team konzentrierte sich auf microRNA-25 (miR-25), das hervorstach, nachdem Analysen zeigten, dass sich seine Konzentrationen in Tumoren veränderten, die auf eine Immuntherapie reagierten. In mehreren Mauskrebsmodellen hatte die Blockierung von miR-25 allein keinen signifikanten Einfluss auf das Tumorwachstum, verbesserte jedoch die Reaktion der Tumore auf die Immuntherapie erheblich.
Weitere Analysen zeigten, dass die Entfernung von miR-25 die Umgebung des Tumors veränderte und mehrere Anti-Tumor-Immunreaktionen aktivierte. Die Entfernung von miR-25 schien dem Immunsystem dabei zu helfen, Krebszellen anzugreifen, indem es die Umgebung der Tumore veränderte. Forscher identifizierten einen Mechanismus, an dem ein Protein namens Syndecan-3 (SDC3) beteiligt ist, das miR-25 unterdrückt. Die Bearbeitung der miR-25-Bindungsstelle stellte die SDC3-Aktivität wieder her und reproduzierte die therapeutischen Wirkungen, die bei der miR-25-Deletion beobachtet wurden, was darauf hindeutet, dass dieser Weg ein entscheidender Faktor für die Behandlungsresistenz sein könnte.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass zukünftige Therapien, die auf den miR-25-SDC3-Signalweg abzielen, dazu beitragen könnten, immuntherapieresistente „kalte“ Tumoren in immunaktivere „heiße“ Tumoren umzuwandeln, die besser auf die Behandlung ansprechen. Die Arbeit könnte letztendlich dazu beitragen, die Immuntherapie für mehr Krebspatienten wirksam zu machen.
Die Studie unter der Leitung von Tariq Rana, PhD, angesehener Professor und Vorsitzender der Abteilung für Zelluläre und Molekulare Medizin an der UC San Diego School of Medicine und Mitglied des Moores Cancer Center, wurde am 20. Mai 2026 in veröffentlicht Naturkommunikation.
Quellen:
Zhu, Z., et al. (2026). microRNA-25 drives immune checkpoint therapy resistance by repressing innate and humoral immunity via Syndecan-3. Nature Communications. DOI: 10.1038/s41467-026-73339-y. https://www.nature.com/articles/s41467-026-73339-y