Forscher von VIB, VUB und einem internationalen Netzwerk von Mitarbeitern haben den bislang umfassendsten Einzelzellatlas tumorassoziierter dendritischer Zellen erstellt. Durch die Integration von Daten aus 14 Maustumormodellen und 10 Krebsarten beim Menschen liefert die Studie einen detaillierten, speziesübergreifenden Überblick darüber, wie diese wichtigen Immunzellen bei Krebs organisiert und verändert sind. Dieses Werk, das in erschien Naturkommunikation, kann die Entwicklung von Therapien der nächsten Generation leiten.

Eine vielfältige und konservierte Immunlandschaft

Mithilfe der Einzelzell-RNA-Sequenzierung identifizierte das Team mehr als 30 verschiedene dendritische Zelluntergruppen und Funktionszustände innerhalb von Tumoren. Dazu gehören etablierte Populationen wie cDC1 und cDC2 sowie neue Untergruppen wie DC3 und mehrere Zwischen- oder aktivierte Zustände. Viele dieser Populationen wurden zwischen Mäusen und Menschen konserviert, was die Relevanz präklinischer Modelle unterstreicht.

„Dieser Atlas gibt uns einen beispiellosen Überblick über die Diversität dendritischer Zellen bei Krebsarten“, sagt die leitende Autorin Prof. Damya Laoui (VIB-VUB Center for Inflammation Research). „Wir können jetzt deutlich sehen, wie viele verschiedene Zustände diese Zellen annehmen können und wie ähnlich sie zwischen Mausmodellen und Patienten sind.“

Tumore verändern die Funktion dendritischer Zellen

Die Studie zeigt auch, dass dendritische Zellen im Verlauf des Tumorwachstums dynamisch umprogrammiert werden. Mit der Zeit entwickeln sie ein stärkeres Entzündungsprofil. Wichtig ist, dass diese Veränderungen nicht auf den Tumor selbst beschränkt sind; Auch dendritische Zellen in Lymphknoten sind betroffen.

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Wir waren überrascht, wie umfassend Tumore das Immunsystem beeinflussen. Die Neuprogrammierung dendritischer Zellen geht über die Mikroumgebung des Tumors hinaus und weist auf einen systemischen Effekt hin.“

Aarushi Caro (VIB-VUB), Doktorandin und Co-Erstautorin

Eine Ressource für zukünftige Therapien

Durch die Verknüpfung spezifischer dendritischer Zelluntergruppen mit dem Patientenüberleben zeigt der Atlas neue Möglichkeiten für die Entdeckung von Biomarkern und die Entwicklung von Immuntherapien auf. Der Datensatz ist über eine interaktive Plattform öffentlich zugänglich und ermöglicht es Forschern weltweit, die Ergebnisse zu untersuchen und darauf aufzubauen.

„Zu verstehen, welche dendritischen Zellzustände die Antitumorimmunität unterstützen oder behindern, eröffnet neue Möglichkeiten für die Therapie“, sagt Dr. Daliya Kancheva (VIB-VUB), Co-Erstautorin. „Diese Ressource wird als Leitfaden für die Entwicklung von Immuntherapien der nächsten Generation dienen, die gezielter auf das Immunsystem abzielen.“

Finanzierung

Diese Forschung wurde von der FWO – Forschungsstiftung Flandern und der flämischen Regierung finanziell unterstützt.


Quellen:

VIB

Journal reference:

Caro, A. A., et al. (2026). Pan-cancer single-cell atlases of mouse and human tumor-associated dendritic cells. Nature Communications. DOI: 10.1038/s41467-026-73721-w. https://www.nature.com/articles/s41467-026-73721-w