Ein neuartiger PET-Radiotracer kann tiefe Venenthrombosen in den Beinen genau erkennen und aufdecken, ob Blutgerinnsel in die Lunge gewandert sind. Durch die Möglichkeit der Ganzkörperbildgebung von Blutgerinnseln in einem einzigen Scan kann der Ansatz eine schnellere und effizientere Diagnose unterstützen – insbesondere bei Patienten, die auch auf eine potenziell lebensbedrohliche Lungenembolie untersucht werden müssen. Diese Forschung wurde auf der Jahrestagung 2026 der Society of Nuclear Medicine and Molecular Imaging (SNMMI) vorgestellt und die Bildersammlung, die die Visualisierung von Blutgerinnseln in den Beinen und in der Lunge zeigt, wurde zum Bild des Jahres 2026 von SNMMI Henry N. Wagner, Jr. gewählt.

Jedes Jahr wählt SNMMI ein Bild aus, das die vielversprechendsten Fortschritte auf dem Gebiet der Nuklearmedizin und molekularen Bildgebung am besten veranschaulicht. Die in diesen Bildern erfassten hochmodernen Technologien zeigen die Fähigkeit, die Patientenversorgung zu verbessern, indem sie Krankheiten erkennen, die Diagnose unterstützen, das klinische Vertrauen verbessern und ein Mittel zur Auswahl geeigneter Behandlungen bereitstellen. In diesem Jahr wurde das SNMMI-Bild des Jahres aus fast 1.500 für das Treffen eingereichten Abstracts ausgewählt.

Tiefe Venenthrombosen sind eine häufige Erkrankung, bei der sich Blutgerinnsel in den Beinen bilden und in manchen Fällen als Lungenembolie in die Lunge gelangen. Nach Angaben der Centers for Disease Control and Prevention sind jährlich etwa 900.000 Amerikaner davon betroffen. Eine frühzeitige Erkennung ist entscheidend, um eine schnelle Behandlung sicherzustellen.

Herkömmliche Bildgebungstechniken wie Venenultraschall und CT basieren auf indirekten Strukturveränderungen – etwa der Kompressibilität der Vene oder Kontrastmittelfüllungsdefekten, anstatt das Gerinnsel selbst direkt sichtbar zu machen. 18F-GP1 PET/CT ist eine thrombusspezifische Bildgebung, die selektiv auf aktivierte Blutplättchen abzielt und es ermöglicht, Blutgerinnsel auch in Bereichen direkt sichtbar zu machen, die mit herkömmlicher Bildgebung möglicherweise schwer zu beurteilen sind.“

Sangwon Han, MD, PhD, klinischer Assistenzprofessor, Abteilung für Nuklearmedizin, Asan Medical Center, University of Ulsan College of Medicine, Seoul, Korea

In der Studie bewerteten die Forscher die diagnostische Genauigkeit und Verträglichkeit eines neuartigen Radiotracers, 18F-GP1 PET/CT, zur Identifizierung akuter tiefer Venenthrombosen der unteren Extremitäten. Bei 46 symptomatischen Patienten wurde eine 18F-GP1-PET/CT-Bildgebung durchgeführt, wobei die Scans unabhängig von drei verblindeten Nuklearmedizinern ausgewertet wurden. Die diagnostische Leistung zur Identifizierung von Blutgerinnseln in den Oberschenkeln wurde mit der venösen Ultraschalluntersuchung verglichen; Die Genauigkeit beim Nachweis von Wadengerinnseln und die Erkennungsrate von Lungengerinnseln wurden ebenfalls bewertet. Die Sicherheit von Radiotracern wurde während der gesamten Studie bewertet.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

18F-GP1 PET/CT zeigte eine hohe diagnostische Genauigkeit bei der Erkennung von Blutgerinnseln nicht nur im Oberschenkel, sondern auch in der Wade. Es zeigte sich auch eine hohe Erkennungsrate von Lungenembolien, die zusammen mit tiefen Venenthrombosen auftreten. Die 18F-GP1-PET/CT wurde gut vertragen und es traten keine arzneimittelbedingten Nebenwirkungen auf.

„Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass mit einem einzigen Ganzkörper-PET-Scan gleichzeitig Blutgerinnsel in den Beinen und in der Lunge genau beurteilt werden könnten, wodurch möglicherweise die Notwendigkeit mehrerer Tests verringert und gleichzeitig der Komfort für den Patienten verbessert wird“, sagte Han.

Giuseppe Esposito, MD, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Programmausschusses des SNMMI, sieht das Potenzial dieses Radiotracers, die Erkennung akuter Thromben über tiefe Venenthrombosen hinaus zu revolutionieren. „Dieser Ansatz könnte als Plattformtechnologie zur Erkennung von Blutgerinnseln im ganzen Körper dienen und sogar dabei helfen, Schlaganfälle oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erkennen“, sagte er. Diese Bilder zeigen, wie leistungsstark die molekulare Bildgebung sein kann.“

18F-GP1 PET/CT wurde bereits in Phase-2-Studien bei tiefer Venenthrombose sowie bei Erkrankungen wie embolischem Schlaganfall und Herz-Kreislauf-Erkrankungen evaluiert. Mit einer weiteren Validierung durch größere, multizentrische Phase-3-Studien könnte dieser Radiotracer innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre Teil der klinischen Routinepraxis werden.


Quellen: