Eine neue, erstmals am Menschen durchgeführte Studie hat einen PET-Radiotracer validiert, der überaktive Nebennieren effektiv darstellen kann und eine Alternative zu dem hochinvasiven Verfahren darstellt, das derzeit zur Diagnose von primärem Aldosteronismus eingesetzt wird. Dieser Ansatz, der auf der Jahrestagung 2026 der Society of Nuclear Medicine and Molecular Imaging vorgestellt wurde, könnte Ärzten ein nichtinvasives Werkzeug an die Hand geben, um Behandlungspläne für Patienten mit primärem Aldosteronismus individuell anzupassen.

Primärer Aldosteronismus oder Conn-Syndrom stellt den größten Teil der Patienten mit heilbarer sekundärer Hypertonie dar. Beim primären Aldosteronismus produziert die Nebenniere zu viel Aldosteron aus Cholesterin, was dann den Blutdruck künstlich erhöht. Die Entnahme von Nebennierenvenenproben, ein hochinvasiver Eingriff, der in spezialisierten Einrichtungen durchgeführt wird, wird derzeit zur Diagnose eingesetzt, insbesondere um festzustellen, ob in einer oder beiden Nebennieren eine Überproduktion von Aldosteron auftritt.

Eine überaktive Nebenniere kann entfernt werden, um die Überproduktion zu heilen. Wenn die Überproduktion jedoch in beiden Drüsen auftritt, müssen die Patienten lebenslang medikamentös behandelt werden. Durch die Verwendung eines PET-Radiotracers, der auf den Cholesterinstoffwechsel in den Nebennieren abzielt, können Ärzte überaktive Drüsen nichtinvasiv identifizieren und so klinische Entscheidungen treffen.“

Peter Scott, PhD, Paul L Carson, PhD, Legacy-Professor für Radiologie an der University of Michigan in Ann Arbor

Aufbauend auf präklinischer Forschung umfasste diese erste Studie am Menschen unter der Leitung von Benjamin Viglianti, MD PhD, Direktor der Abteilung für Nuklearmedizin an der University of Michigan, neun Patienten (sechs gesunde Kontrollpersonen und drei Patienten, bei denen zuvor eine Überfunktion der Nebennieren diagnostiziert wurde), die sich einer PET-Bildgebung mit dem neuartigen Radiotracer 11C-Nevanimibe unterzogen. Bei Patienten mit Nebennierenpathologie wurden die maximalen standardisierten Aufnahmewerte sowohl der Leber als auch der Nebennieren mit denen gesunder Probanden verglichen.

Das Nebennieren-zu-Leber-Aufnahmeverhältnis betrug bei Patienten mit überaktiven Nebennieren durchschnittlich 1,2 im Vergleich zu 0,7 bei den Kontrollpersonen. Insgesamt spiegelte die menschliche Bioverteilung von 11C-Nevanimibe weitgehend die präklinischen Ergebnisse wider, was eine erfolgreiche Umsetzung in die klinische Anwendung unterstützte.

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„Diese Arbeit erweitert die molekulare Bildgebung weiter und kommt einer Patientengruppe zugute, denen es derzeit an nicht-invasiven, zugänglichen Diagnosetechniken mangelt“, sagte Gina Kaup, Doktorandin der medizinischen Chemie an der University of Michigan. „Zusätzliche klinische Studien sind im Gange, um die Dosimetrie und Wirksamkeit dieses Tracers zu untersuchen.“


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