In einer Studie in einer zahnärztlichen Klinik reduzierte Nikotinkaugummi erheblich das Verlangen, die Angst und Schlafprobleme, aber der offensichtliche Vorteil beim Aufhören mit dem Kautabak bleibt unbewiesen.

In der Studie wurde gezeigt, dass Nikotinkaugummi wichtige Entzugssymptome während des Kautabakverzichts effektiver managt als verhaltenstherapeutische Beratung, laut einer neuen Veröffentlichung im Journal Scientific Reports.

Hintergrund

Weltweit verwenden über 300 Millionen Menschen Kautabak, was eine große Herausforderung für die öffentliche Gesundheit darstellt. Besonders betroffen sind Bevölkerungsgruppen in Süd- und Südostasien. Traditionelle Kautabakprodukte wie Gutka, Khaini, Paan Masala und Zarda sind tief in Asiatische Kultur- und Sozialpraktiken eingebettet, was es schwierig macht, Menschen zum Aufhören zu bewegen.

  • Kautabak vs. rauchbarer Tabak: Im Gegensatz zu rauchbarem Tabak hat Kautabak direkten Kontakt mit den Mund- und Nasenschleimhäuten, was eine anhaltende Nikotinaufnahme und spezifische Abhängigkeitsschritte zur Folge hat.
  • Gesundheitsrisiken: Kautabakprodukte können das Risiko für orale Schleimhautläsionen, Zahnverlust, Zahnfleischerkrankungen und Mundkrebs erheblich erhöhen. Sie stehen auch im Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfällen und ungünstigen Schwangerschaftsergebnissen.
  • Fehlende Studien: Trotz der hohen Verbreitung von Kautabak in asiatischen Ländern, insbesondere in Indien, fehlen aussagekräftige klinische Studien, die den Entzug in zahnärztlichen Umgebungen vergleichen.

Angesichts des mangelnden Wissens über optimale Entzugsmethoden führten Forscher an der Siksha O Anusandhan Universität in Indien eine randomisierte kontrollierte Studie durch, bei der die Teilnehmer über die ihnen zugewiesene Intervention informiert waren, die Auswerter jedoch blinden Zugang zu den Ergebnissen hatten. Ziel war es, die Wirksamkeit von Nikotinersatztherapien und der Verhaltensintervention für Kautabakverzicht bei Erwachsenen (BISCA) zu vergleichen.

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Studienaufbau

In die Studie wurden insgesamt 100 erwachsene Kautabaknutzer aufgenommen. Sie wurden im Verhältnis 1:1 randomisiert, um entweder 2 mg Nikotinkaugummi oder eine verhaltenstherapeutische Beratung über einen Zeitraum von 12 Wochen zu erhalten.

  • Verhaltenstherapie: Teilnehmer in der Gruppe der verhaltenstherapeutischen Intervention erhielten zunächst eine 30-minütige Beratung, gefolgt von weiteren Sitzungen in den Wochen 1, 2, 4, 6, 8, 10 und 12, jeweils 15 Minuten lang.
  • Nikotinersatztherapie: Teilnehmer der Nikotinersatzgruppe sollten täglich 8 bis 10 Stück Nikotinkaugummi verwenden, maximal 15 Stück pro Tag, für die ersten 6 Wochen und dann eine schrittweise Reduktion. Sie erhielten zusätzlich eine kurze Verhaltensunterstützung von 5 bis 10 Minuten bei jeder Visite.

Die Speichelthiocyanatwerte wurden zu Beginn und nach 6 Monaten zur biochemischen Überprüfung des Tabakentzugs gemessen. Zudem wurde das selbstberichtete Abstinenzverhalten nach 3 und 6 Monaten bewertet. Abstinenz wurde als kein Kautabakgebrauch in den letzten sieben Tagen definiert.

Wichtige Ergebnisse

Beide Gruppen erzielten substanzielle Ergebnisse beim Tabakverzicht nach der Intervention, ohne signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen.

  • Selbstberichtete Abstinenz: Nach 3 Monaten betrug die Selbstberichterstattung über Abstinenz 74 % in der Nikotinkaugummigruppe und 68 % in der Verhaltenstherapiegruppe.
  • Biochemische Überprüfung: Nach 6 Monaten waren 46 % der Nikotinkaugummi-Nutzer und 40 % der Teilnehmer der Verhaltenstherapie biochemisch als abstinent eingestuft. Der Unterschied zwischen den Gruppen war statistisch nicht signifikant.

Bezüglich der Bewältigung der Entzugssymptome war Nikotinkaugummi signifikant effektiver als Verhaltenstherapie beim Kontrolieren von Verlangen und Angst sowie der Reduzierung von Schlafproblemen.

Bedeutung

Die Studie zeigt, dass Nikotinersatztherapie effektiver ist als verhaltenstherapeutische Beratung zur Bewältigung mehrerer wichtiger Entzugssymptome beim Kautabakverzicht. Es wurde jedoch kein statistisch signifikanter Anstieg der Abstinenzrate festgestellt. Beide Interventionen wurden gut toleriert und verursachten minimale Nebenwirkungen.

Die Forscher schlagen vor, dass die längeren Nikotine-expositionsmuster, die mit der Verwendung von Kautabak verbunden sind, zu einer signifikanten Hochregulation der Nikotinrezeptoren führen können. Dies könnte die bessere Kontrolle von Verlangen und Angst bei Nikotinkaugummibenutzern erklären.

Die beobachteten Vorteile im Umgang mit Angstzuständen deuten darauf hin, dass pharmakologische Interventionen neurochemische Entzugmechanismen möglicherweise besser angehen können als bloße Beratung.

Die Verbesserungen der Schlafqualität bei Nikotinkaugummi-Nutzern könnten auf eine Reduzierung des allgemeinen Entzugsunbehagens zurückzuführen sein. Insgesamt unterstützen diese Ergebnisse ein umfassendes Entzugsmanagement anstelle spezifischer Ansätze zur Symptombewältigung.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass kleinere Studien mit einer größeren Teilnehmeranzahl notwendig sind, um Nikotinersatztherapien für Kautabaknutzer zu optimieren.


Quellen:

Journal reference:
  • Pradhan, S., Priyadarshini, S. R., Misra, S. R., Panigrahi, R., & Choudhary, B. (2026). Effectiveness of nicotine gum for intervention and role of behavior counselling for smokeless tobacco cessation in adults in a dental setting: A randomized control trial. Scientific Reports. DOI: 10.1038/s41598-026-65226-9, https://www.nature.com/articles/s41598-026-65226-9