KI-gesteuerte Technik verbessert gezielte Therapiebereitstellung bei Hirntumoren
Forscher stellten heute auf der 23. Jahrestagung der Society of NeuroInterventional Surgery (SNIS) eine bahnbrechende, auf künstlicher Intelligenz (KI) basierende Technik vor, die die Genauigkeit der direkten Bereitstellung experimenteller Therapien bei bösartigen Hirntumoren verbessern könnte.
Der Ansatz verwendet KI, um alle Blutgefäße zu identifizieren, die einen Tumor versorgen, sodass Ärzte einen größeren Teil des Tumors therapieren können und gleichzeitig die Verabreichung außerhalb des Ziels reduzieren können. Die intraarterielle Therapie ist ein minimalinvasives Verfahren, bei dem ein Katheter Medikamente direkt durch eine Arterie abgibt. Dies ermöglicht eine sehr gezielte Dosierung und minimiert Nebenwirkungen auf den Rest des Körpers. Traditionell haben Ärzte diese Therapien über eine einzige Arterie verabreicht. Da viele Tumore jedoch Blut aus mehreren Gefäßen erhalten, kann ein Ansatz über eine einzelne Arterie zu einer unvollständigen Tumorabdeckung führen.
In der Studie „From Single-Pedicle to Whole Tumor Coverage: AI-guided Multi-territory Super-selective Endovascular Infusion for Brain Tumors“ entwickelten Forscher am MD Anderson Cancer Center der University of Texas eine neue KI-gestützte Technik, die tumorversorgende Arterienstiele (Arterien, die den Tumor mit Blut versorgen) vor der Behandlung identifiziert. Nachdem die KI-Befunde mithilfe fortschrittlicher Bildgebung bestätigt worden waren, gaben die Ärzte dann eine spezifische Therapiemenge ab, die auf jede Arterie zugeschnitten war und auf der Blutmenge jedes Gefäßes basierte.
Drei Patienten mit bösartigen Hirntumoren wurden mit diesem Ansatz behandelt. Durch die KI-gestützte Kartierung konnten bei jedem Patienten erfolgreich mehrere tumorversorgende Arterien identifiziert werden, sodass Ärzte alle tumorversorgenden Stiele behandeln konnten. Der Ansatz mit mehreren Pedikeln deckte in allen Fällen mehr als 85 % jedes Tumors ab, verglichen mit weniger als 65 % der Abdeckung mit der proximalen Infusion mit einem Pedikel. Durch die Erstellung einer patientenspezifischen Karte der Blutversorgung des Tumors konnten die Ärzte die Therapie präziser in den Bereichen abgeben, in denen sie benötigt wurde, und so die Abgabe außerhalb des vorgesehenen Behandlungsbereichs reduzieren. Die Forscher fanden außerdem heraus, dass der Eingriff zwei Wochen später sicher wiederholt werden konnte.
Eine der größten Herausforderungen bei der Behandlung bösartiger Hirntumoren besteht darin, dass die Anatomie jedes Patienten anders ist. KI bietet uns ein weiteres Werkzeug zur Personalisierung der Behandlung auf der Grundlage der individuellen Blutversorgung jedes Patienten mit dem Ziel, die Therapie präziser durchzuführen. Auch wenn weitere Forschung erforderlich ist, hat dieser Ansatz das Potenzial, die Patientenversorgung zu verbessern, und stellt einen spannenden Fortschritt in der neurointerventionellen Onkologie dar.“
Christopher Young, MD, PhD, Hauptautor der Studie
Weitere Studien sind erforderlich, um festzustellen, ob eine verbesserte Tumorabdeckung zu besseren Ergebnissen für die Patienten führt.
Quellen: