Elternschaft beeinflusst die Gesundheit von Frauen stärker als die Gesundheit von Männern.
Laut OPIK, der Forschungsgruppe der EHU-Universität des Baskenlandes, ist die Geburt von Kindern mit gesundheitlichen Veränderungen bei Frauen verbunden, die bei Männern nicht beobachtet werden.
Anna Barbuscia hat bedeutende Geschlechtsunterschiede im Einfluss von Mutterschaft und Vaterschaft auf die Gesundheit identifiziert. Während sich die Gesundheitsindikatoren bei Männern, unabhängig davon, ob sie Väter sind oder nicht, nur geringfügig unterscheiden, ist bei Frauen die Anzahl und das Alter der Kinder mit Veränderungen ihres Wohlbefindens und einem Rückgang der körperlichen Aktivität verbunden. Die Forscherin der EHU argumentiert, dass eine gleichmäßigere Verteilung der Elternverantwortung dazu beitragen würde, diese Unterschiede zu verringern.
Anmerkungen zur Mutterschaft und Vaterschaft
Die Geburt von Kindern ist ein entscheidender Lebensereignis, das bedeutende biologische, psychologische und soziale Veränderungen mit sich bringt. Aber nicht jeder sieht sich den gleichen Auswirkungen gegenüber. Eine von der OPIK-Forschungsgruppe durchgeführte Studie zeigt, dass die Auswirkungen sehr unterschiedlich zwischen Männern und Frauen sind.
Die Geburt von Kindern hat größere Konsequenzen für die Gesundheit der Mutter, sowohl kurz- als auch langfristig. Dies liegt nicht nur an den biologischen Veränderungen durch Schwangerschaft und Geburt, sondern auch an den psychologischen Konsequenzen. Unsere Ergebnisse zeigen eine signifikante Geschlechterdifferenz.“
Anna Barbuscia
Die Studie der EHU analysierte die Beziehung zwischen Mutterschaft und Vaterschaft sowie verschiedenen Gesundheitsindikatoren wie psychischem Wohlbefinden und der Wahrnehmung des Gesundheitszustands, sowie Gewohnheiten wie körperlicher Betätigung, Alkoholkonsum und Rauchen. Auch wurde betrachtet, ob die Anzahl und das Alter der Kinder diese Indikatoren beeinflussen. „Bei Männern stand weder die Vaterschaft noch die familiäre Situation in Zusammenhang mit den Gesundheitsindikatoren. Alle Parameter blieben praktisch gleich“, sagte Barbuscia.
Unterschiede zwischen Müttern und Vätern
Bei Frauen zeigte die Studie jedoch ein anderes Muster; das Alter und die Anzahl der Kinder stehen im Zusammenhang mit Veränderungen in der Gesundheit. Mütter mit nur einem Kind und Mütter mit Jugendlichen weisen mehr depressive Symptome auf, während diejenigen, die mit zwei oder mehr kleinen Kindern leben, ihren Gesundheitszustand besser wahrnehmen. „Die Betreuung jüngerer Kinder verlangt normalerweise mehr körperliche Anstrengung, was zu größerer Müdigkeit und schlechterer Schlafqualität führen kann. Die Jugendphase hingegen wird traditionell als die stressigsten Zeit für Mütter und Väter angesehen“, erklärt die Forscherin.
In Bezug auf gesundheitsfördernde Verhaltensweisen identifizierte die Forschung auch einen signifikanten Unterschied in Bezug auf die körperliche Aktivität. Die Ergebnisse bestätigen, dass im Allgemeinen Frauen weniger regelmäßig Sport treiben als Männer und dass dieser Unterschied zunimmt, wenn sie Kinder haben.
- Nur 16 % der Mütter mit kleinen Kindern treiben regelmäßig Sport, im Vergleich zu 30 % der Frauen ohne Kinder.
- Bei Männern hingegen gab es kaum Unterschiede zwischen Vätern und Nicht-Vätern.
Dies alles deutet darauf hin, dass die Mutterschaft die Zeit, die für persönliche Pflege zur Verfügung steht, reduziert, was sich auf so wichtige Gewohnheiten wie körperliche Aktivität auswirkt.
Gemeinsame Elternverantwortung als Gesundheitsfrage
In den Augen der EHU-Forscherin sollten diese Erkenntnisse bei der Gestaltung von Familienpolitiken und der Planung von Gesundheitsdiensten berücksichtigt werden. „Nur die berufliche und familiäre Balance zu erleichtern, reicht nicht aus. Es ist auch notwendig sicherzustellen, dass Mütter Zeit haben, um auf ihre eigene Gesundheit und ihr Wohlbefinden zu achten. In diese Zeit zu investieren, bedeutet in Gesundheit zu investieren.“
Barbuscia ergänzt, dass eine stärkere gemeinsame Verantwortung zwischen Müttern und Vätern dazu beitragen würde, die beobachteten Ungleichheiten zu verringern. „Wenn wir gesunde Familien aufbauen und Menschen dazu ermutigen wollen, Kinder zu haben, müssen wir damit beginnen, sicherzustellen, dass die Kindererziehung keinen so ungleichen Einfluss auf Männer und Frauen hat.“
Quellen:
Barbuscia, A., et al. (2026) Gender inequalities in the association between parenthood and health. Journal of Family Studies. DOI: 10.1080-13229400.2026-2662431