Mycoplasma genitalium ist unwahrscheinlich, dass es wiederkehrende Frühgeburten verursacht.
Neue Studie zu Mycoplasma genitalium und Frühgeburten
Eine neue Studie von UTHealth Houston hat gezeigt, dass die häufige sexuell übertragbare Infektion Mycoplasma genitalium, auch bekannt als MGen, anscheinend das Risiko für wiederkehrende Frühgeburten nicht erhöht.
Die Ergebnisse wurden in The American Journal of Obstetrics and Gynecology veröffentlicht.
Was ist Mycoplasma genitalium?
Mycoplasma genitalium ist eine häufige sexuell übertragbare Krankheit, die durch ein winziges Bakterium verursacht wird. Dieses Bakterium kann die Harnröhre oder den Fortpflanzungstrakt infizieren. Die meisten Menschen mit dieser Infektion haben keine Symptome, aber wenn Symptome auftreten, kann es zu Irritationen oder Entzündungen kommen, die behandelt werden müssen.
Frühgeburt: Was bedeutet das?
Eine Frühgeburt wird definiert als eine Geburt vor der 37. Schwangerschaftswoche und ist eine häufige Ursache für Erkrankungen und Todesfälle bei Neugeborenen. Frühere Forschungen deuteten darauf hin, dass bestimmte Mycoplasma-Arten möglicherweise zur Frühgeburt beitragen könnten, aber diese Studien waren begrenzt.
Diese Ergebnisse bieten wichtige neue Einblicke in die Rolle von Mycoplasma genitalium während der Schwangerschaft. Aufgrund ihrer Verbindungen zur HIV-Übertragung und der zunehmenden Resistenzen gegen Antibiotika bleibt die weitere Untersuchung dieser aufkommenden Infektion eine wichtige öffentliche Gesundheitspriorität.“
Irene Stafford, MD, MPH, Erstautorin der Studie und Assistenzprofessorin in der Abteilung für Geburtshilfe, Gynäkologie und Reproduktionswissenschaften an der McGovern Medical School, UTHealth Houston
Studienergebnisse zur Infektion
Mykoplasmen sind eine Gruppe winziger Bakterien, die im Genitaltrakt leben können. Im Gegensatz zu den meisten Bakterien haben sie keine Zellwand, was ihre Erkennung und Behandlung erschwert. Da Mycoplasma genitalium mit Entzündungen verbunden ist, stellten die Forscher die Frage, ob diese Infektion eine Rolle bei Schwangerschaftskomplikationen, einschließlich wiederkehrender Frühgeburten, spielen könnte.
Um die Verbindung besser zu verstehen, führten die Forscher eine erstmalige prospektive Studie mit fast 500 schwangeren Personen durch, die eine Vorgeschichte von Frühgeburten oder verwandten Komplikationen hatten. Die Patienten wurden zwischen Juli 2023 und Dezember 2025 eingeschlossen und früh in der Schwangerschaft mit einem von der FDA zugelassenen Vaginalabstrichtest auf Mycoplasma genitalium getestet.
Was wurde in der Studie festgestellt?
Die Studie ergab, dass 12 % der Teilnehmer positiv auf Mycoplasma genitalium getestet wurden. Die Infektion war signifikant häufiger unter denen, die bereits eine Frühgeburt erlebt hatten. Allerdings erhöhte Mycoplasma genitalium nicht das Risiko für eine erneute spontane Frühgeburt oder einen Verlust im zweiten Trimester, der durch eine Gebärmutterhalsinsuffizienz verursacht wurde, was die Studie ebenfalls untersuchte.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Mycoplasma genitalium zwar mit vergangenen Schwangerschaftskomplikationen verbunden sein könnte, aber nicht anscheinend wiederkehrende Frühgeburten in nachfolgenden Schwangerschaften verursacht. Die Forscher merken an, dass Mycoplasma genitalium mehr Risiken während einer erstmaligen Infektion darstellen könnte, wenn der Körper noch keine Immunantwort entwickelt hat.
„Diese Studie bietet wichtige Klarheit für Patienten und Kliniker“, sagte Stafford, die Fachärztin für Maternale und Fetale Medizin ist. „Für Personen, die bereits ein hohes Risiko für Frühgeburten haben, scheint eine Infektion mit Mycoplasma genitalium allein die Wahrscheinlichkeit für eine weitere frühzeitige Entbindung nicht zu erhöhen.“
Wichtige Erkenntnisse und Ausblick
Die Forscher betonen, dass weitere Studien notwendig sind, da Frühgeburten komplex sind und von vielen Faktoren beeinflusst werden. Dennoch bieten diese Ergebnisse Sicherheit und helfen, zukünftige Screening- und Behandlungsentscheidungen zu leiten.
Weitere Forscher von UTHealth Houston, die an der Studie beteiligt waren, sind Sean Blackwell, MD; Han-Yang Chen, PhD; Sahana Kodali, BS; und Mason Collie, BS.
Zusätzliche Mitberater sind Erik Munson, PhD, von der Marquette University, und Damon Getman, PhD, von Hologic Inc.
Quellen:
Stafford, I. A., et al. (2026). Mycoplasma genitalium infection and adverse perinatal outcomes. American Journal of Obstetrics and Gynecology. DOI: 10.1016/j.ajog.2026.04.041. https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0002937826002450?dgcid=author