Studie: Warum Kinder der First Nations immer noch mit Ungleichheiten in der Gesundheitsversorgung konfrontiert sind
Eine neue Studie kommt zu dem Schluss, dass Kinder indigener Völker in Kanada immer noch mit Ungleichheiten beim Zugang zur Gesundheitsversorgung konfrontiert sind, trotz Verbesserungen durch die Anwendung des jordanischen Prinzips – einer Politik, die sicherstellen soll, dass Kinder indigener Völker die Leistungen erhalten, die sie benötigen.
Jordans Prinzip wurde nach dem tragischen Fall von Jordan River Anderson ins Leben gerufen, einem Kind der First Nations, das im Krankenhaus starb, während die Regierungen darüber stritten, wer für seine häusliche Pflege aufkommen sollte. Die Richtlinie verlangt, dass die erste kontaktierte Regierung die Leistungen sofort bezahlt und dabei die Bedürfnisse des Kindes in den Vordergrund stellt.
Während dieser „Kind zuerst“-Ansatz das Potenzial hat, die Betreuung von Kindern der First Nations zu verändern, indem er den Zugang zu Dienstleistungen wie Therapien, medizinischer Ausrüstung, pädagogischer Unterstützung und kulturellem Programm verbessert, profitieren viele Familien nicht in vollem Umfang von dem Programm, sagen die Forscher. Tatsächlich stellten sie fest, dass viele Kinder aufgrund mangelnder Aufklärung und komplexer Bewerbungsprozesse immer noch mit Verzögerungen und Hindernissen konfrontiert sind.
Jordans Prinzip stellt einen großen Schritt in Richtung Gerechtigkeit für Kinder der First Nations dar, aber seine Wirkung hängt davon ab, dass die Menschen wissen, dass es existiert und wie man es anwendet. Ohne Bewusstsein könnten Familien Dienste verpassen, die das Leben eines Kindes verändern könnten.“
Sarah Boudreau, Hauptautorin, BSW-Absolventin der Algoma University
Millionen von Diensten wurden in den letzten Jahren im Rahmen des Jordan-Prinzips genehmigt, was seine potenzielle Reichweite unterstreicht. Die Autoren stellten jedoch fest, dass systemische Barrieren wie komplizierter Papierkram, inkonsistente Entscheidungen und Verzögerungen den Zugang weiterhin einschränken.
„Selbst bei erweiterten Anspruchsberechtigungen sehen sich Familien der First Nations oft mit einem Labyrinth von Anforderungen konfrontiert, die die Pflege verzögern können“, sagt Co-Autorin Rose E. Cameron, außerordentliche Professorin an der Algoma University und Anishinaabekwe. „Wir brauchen Systeme, die die Dringlichkeit der Bedürfnisse von Kindern wirklich widerspiegeln und die Belastung für Familien verringern.“
Ein wichtiges Ergebnis der Überprüfung ist, dass die Rolle verwandter Gesundheitsfachkräfte, darunter Sozialarbeiter, Therapeuten, Krankenschwestern und Rehabilitationsspezialisten, von entscheidender Bedeutung ist, wenn es darum geht, Familien dabei zu helfen, sich im System zurechtzufinden. Diese Fachleute stellen häufig die für Anträge erforderlichen Unterlagen zur Verfügung und können Familien durch den Prozess begleiten.
„Verbundene Gesundheitsfachkräfte sind in einer einzigartigen Position, Familien mit lebenswichtigen Unterstützungsleistungen zu verbinden“, sagt Meghan J. Bird, eine kürzliche Absolventin des Master of Social Work an der Factor-Inwentash Faculty of Social Work (FIFSW) an der University of Toronto. „Wenn sie informiert und engagiert sind, können sie als starke Fürsprecher für Kinder und Familien auftreten.“
Bedauerlicherweise stellten die Forscher fest, dass das Bewusstsein für das Jordan-Prinzip bei allen Gesundheitsfachkräften nach wie vor begrenzt ist, was die Wirksamkeit der Politik verringert und zu anhaltenden Ungleichheiten beim Zugang zur Gesundheitsversorgung beiträgt.
„Die Verbesserung der Ausbildung und des Bewusstseins von Sozialarbeitern, Krankenschwestern, Ärzten und anderen Gesundheitsfachkräften ist von entscheidender Bedeutung, wenn wir wollen, dass diese Politik ihr volles Versprechen einhält“, sagt die leitende Autorin Esme Fuller-Thomson, Professorin am FIFSW und Direktorin am Institute for Life Course & Aging der University of Toronto. „Eine bessere Wissensmobilisierung kann dazu beitragen, dass kein Kind durchs Raster fällt.“
Die Autoren fordern klarere Richtlinien, schnellere Verarbeitung, bessere Datensysteme und eine stärkere Zusammenarbeit mit indigenen Gemeinschaften, um die Umsetzung zu verbessern. Sie betonen auch die Bedeutung kulturell informierter Ansätze, die das Wissen und die Erfahrungen der Ureinwohner respektieren.
Letztendlich beleuchtet die Studie sowohl Fortschritte als auch anhaltende Herausforderungen. Während das jordanische Prinzip den Zugang für viele Kinder bereits verbessert hat, erfordert die Gewährleistung einer gleichberechtigten Betreuung aller Kinder der First Nations kontinuierliche Anstrengungen, Bewusstsein und Veränderungen auf Systemebene.
Quellen:
Boudreau, S., et al. (2026) Implications of Jordan’s Principle for Canadian Allied Health Professionals and Their Indigenous Patients: The Importance of Informed Allies for Critical Knowledge Mobilization. UCalgary Journal Hosting. DOI: 10.55016/zr9yvc28. https://journalhosting.ucalgary.ca/index.php/jisd/article/view/82418