Laut einer heute im Journal of the American Heart Association veröffentlichten Analyse früherer Forschungsergebnisse helfen Smartphone-Apps, Fitness-Tracker und tragbare Geräte Menschen mit Herzerkrankungen dabei, sich mehr körperlich im Alltag zu betätigen.

Körperliche Aktivität ist entscheidend für die Vorbeugung zusätzlicher kardiovaskulärer Ereignisse bei Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. „Viele Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen können jedoch aus Zeit-, Entfernungs- oder finanziellen Gründen nicht an herkömmlichen Herzrehabilitationsprogrammen teilnehmen“, sagte Ajith Vemuri, Ph.D., Hauptautor der Studie und wissenschaftlicher Mitarbeiter für Neurologie am Penn State Health Milton S. Hershey Medical Center in Hershey, Pennsylvania.

„Smartphones und Wearables stecken bereits in den Taschen und am Handgelenk der Menschen. Wenn wir zeigen, dass diese Geräte die Routinepflege effektiv unterstützen können, können wir mit der Entwicklung kostengünstiger, personalisierter digitaler Interventionen beginnen, die eine viel größere Bevölkerung erreichen“, sagte er.

Digitale Geräte können personalisierte tägliche Schrittziele festlegen, Erinnerungen oder Motivationsnachrichten generieren, Feedback zum Fortschritt geben oder häusliche Rehabilitationsprogramme mit medizinischem Fachpersonal verknüpfen, um die Behandlung anzuleiten und zu überwachen. Einige der Anwendungen umfassten auch Gamification (z. B. Quizze oder Belohnungen), Coaching und Zielüberprüfung, sodass Menschen ihre Fortschritte verfolgen und ihre Aktivitätsziele anpassen können.

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Diese Geräte sind nicht nur Gadgets. Wenn sie in einen Behandlungsplan einbezogen werden, können sie die routinemäßige Pflege unterstützen und Patienten dabei helfen, kleine, aber wichtige Schritte zu einer besseren Herz-Kreislauf-Gesundheit zu unternehmen.“

Ramin Zand, MD, MPH, leitender Autor der Studie und Professor für Neurologie und öffentliche Gesundheit am Penn State College of Medicine in Hershey, Pennsylvania

In dieser Metaanalyse untersuchten die Forscher 14 klinische Studien mit mehr als 1.000 Teilnehmern.

Was sind die wichtigsten Ergebnisse dieser Analyse?

Die Analyse ergab, dass im Vergleich zu Gleichaltrigen, die keine digitalen Tools nutzten, Menschen, die Smartphone-Apps oder tragbare Technologien nutzen:

  • ging täglich fast 1.100 weitere Schritte und
  • etwa 4 Minuten mehr pro Tag mäßiger bis kräftiger Bewegung nachgehen.

„Wir haben festgestellt, dass diese Vorteile erzielt wurden, obwohl die Tools unterschiedlich waren und einfache Methoden zur Verhaltensänderung wie Selbstüberwachung, Feedback und Zielsetzung verwendeten“, sagte Zand. „Diese Tools haben den Spitzensauerstoffverbrauch oder die Gehstrecke nicht wesentlich verbessert. Das bedeutet, dass digitale Programme zwar Patienten zu mehr Aktivität motivieren können, aber längere Studien erforderlich sind, um herauszufinden, ob diese Änderungen zu einer dauerhaften Verbesserung der Fitness und der allgemeinen Gesundheitsergebnisse führen.“

In einer wissenschaftlichen Stellungnahme der American Heart Association vom April 2021 mit dem Titel „Nutzung mobiler Gesundheitstechnologie zur Prävention sekundärer Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei älteren Erwachsenen“ wurde darauf hingewiesen, dass mobile Gesundheitstechnologie bei Erwachsenen mit bestehenden Herzerkrankungen und Personen ab 60 Jahren zu Verhaltensänderungen im Lebensstil und zur Medikamenteneinhaltung führen kann.

„Untersuchungen haben gezeigt, dass weniger als ein Drittel der Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen körperlich aktiv sind“, sagte Damon L. Swift, Ph.D., FAHA, ehemaliger Vorsitzender des Lifestyle Physical Activity Committee der American Heart Association und außerordentlicher Professor für Kinesiologie an der University of Virginia in Charlottesville. „Die Kombination mobiler und tragbarer Technologien mit standardmäßigen Präventivmaßnahmen bietet eine einzigartige Gelegenheit, das Risiko einer fortgeschrittenen Herz-Kreislauf-Erkrankung oder eines zweiten oder dritten kardiovaskulären Ereignisses potenziell weiter zu senken. Der Übergang von inaktiv zu einigermaßen aktiv ist von gesundheitlichem Nutzen und das Sterberisiko verringert sich bereits bei etwa 7.000 Schritten pro Tag. Daher kann tragbare Technologie einen positiven Einfluss auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben, indem sie Menschen dazu ermutigt, etwas aktiver zu sein.“

Was sind die Details, der Hintergrund, das Design und die Einschränkungen der Studie?

  • Drei elektronische Datenbanken (PubMed, das Cochrane Central Register of Controlled Trials und Web of Science) wurden überprüft, um relevante Studien zu identifizieren, die zwischen Januar 2000 und Februar 2025 veröffentlicht wurden. Die untersuchten Studien konzentrierten sich auf Geräte und Apps, die körperliche Aktivität mithilfe tragbarer Technologie fördern.
  • Die Analyse umfasste 1.057 Teilnehmer in 14 Studien. Teilnehmer an 13 der Studien waren Erwachsene ab 18 Jahren, während zu den Teilnehmern einer Studie Jugendliche ab 12 Jahren gehörten. Bei allen für diese Analyse untersuchten Teilnehmern wurde eine Herz-Kreislauf-Erkrankung diagnostiziert, beispielsweise eine koronare Herzkrankheit, eine Herzinsuffizienz oder ein Herzinfarkt oder Schlaganfall in der Vorgeschichte.
  • Zu den Einschränkungen der Analyse gehört das Fehlen eines klaren Bildes über die Nachhaltigkeit gesunder Gewohnheiten. Außerdem litten die meisten Studienteilnehmer an einer koronaren Herzkrankheit, was bedeutet, dass die Ergebnisse möglicherweise nicht für alle Herz-Kreislauf-Erkrankungen gelten.


Quellen:

Journal reference:

Vemuri, A. K., et al. (2026). Effectiveness of Physical Activity Interventions Using Wearables and Smartphone Applications for Individuals With Cardiovascular Diseases and Stroke: A Systematic Review and Meta‐Analysis. Journal of the American Heart Association. DOI: 10.1161/JAHA.125.044985. https://www.ahajournals.org/doi/10.1161/JAHA.125.044985