Eine umfassende Analyse aus der Praxis deutet darauf hin, dass GLP-1-Rezeptor-Agonisten möglicherweise Vorteile im Hinblick auf komplikationsbedingte und Überlebensraten in einer chronisch entzündeten Hochrisikobevölkerung bieten, während einige kardiovaskuläre Endpunkte unverändert bleiben.

In einer aktuellen Studie, die im Journal of the American Heart Association veröffentlicht wurde, untersuchten Forscher die Zusammenhänge zwischen der Behandlung mit GLP-1-Rezeptor-Agonisten (GLP-1RA) und dem Risiko von thromboembolischen sowie kardiovaskulären Ereignissen bei Erwachsenen mit Fettleibigkeit und Begleiterkrankungen wie Autoimmunerkrankungen (AID).

Was ist Fettleibigkeit und warum ist sie ein Problem?

Fettleibigkeit ist ein wichtiges globales Gesundheitsproblem. Die Häufigkeit von Fettleibigkeit hat sich seit 1999 von 30,5% auf 41,9% bis März 2020 erhöht. Menschen mit Fettleibigkeit haben ein höheres Risiko für thromboembolische und kardiovaskuläre Ereignisse. Besonders riskant wird es, wenn sie zusätzlich an Autoimmunerkrankungen leiden, die etwa 15 Millionen Menschen in den USA betreffen. Bei Personen mit AID steigt das Risiko für solche Komplikationen um 40% bis 100%.

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Was sind GLP-1-Rezeptor-Agonisten?

Die Behandlung mit GLP-1RA ist sehr effektiv zur Kontrolle des Blutzuckerspiegels, zur Gewichtsreduktion und zur Verringerung kardio-metabolischer Risiken. Studien zeigen, dass diese Medikamente schwere kardiovaskuläre Ereignisse (MACE) bei Patienten mit Typ-2-Diabetes (T2D) sowie bei übergewichtigen Patienten mit Herzkrankheiten reduzieren. Es wird vermutet, dass diese Vorteile auch für andere Patientenpopulationen gelten, insbesondere für übergewichtige Patienten mit AID, auch wenn es dafür noch nicht genügend Daten gibt.

Über die Studie

In dieser Studie untersuchten Forscher die Beziehungen zwischen der Anwendung von GLP-1RA und schweren kardiovaskulären sowie thromboembolischen Ereignissen bei Erwachsenen mit Fettleibigkeit und AID. Es wurden dazu Gesundheitsdaten aus dem OneFlorida+-Netzwerk verwendet. Die Studie umfasste Patienten, die zwischen Januar 2014 und Januar 2024 für eine Therapie mit Anti-Fettleibigkeitsmedikamenten in Frage kamen und die eine AID-Diagnose hatten. Der Beginn der GLP-1RA-Behandlung war hierbei von Interesse.

Was wurde beobachtet?

Die Vergleichsgruppe bestand aus Patienten, die während des Studienzeitraums keine GLP-1RA einnahmen. Zu den primären Endpunkten gehörten Herzinfarkte, Lungenembolien, koronare Revaskularisierung, transitorische ischämische Attacken (TIA) oder Schlaganfälle sowie venöse Thromboembolien (VTE). Sekundäre Endpunkte umfassten Besuche in der Notaufnahme, Krankenhausaufenthalte und die Gesamtmortalität.

Ergebnisse der Studie

Die Studie umfasste 484.467 Personen mit AID, die für eine Therapie mit Anti-Fettleibigkeitsmedikamenten in Frage kamen. Von diesen waren 18.044 GLP-1RA-Anwender, der Rest nicht. Nach der Anpassung der Vergleichsgruppen umfasste die analytische Kohorte 26.408 passende Patienten: 13.204 Anwender und 13.204 Nicht-Anwender. Die Teilnehmer waren im Durchschnitt 54,7 Jahre alt, überwiegend weiblich (~74%) und nicht-hispanisch-weiß (~53%). Die Medikamente und Begleiterkrankungen waren zwischen den beiden Gruppen weitgehend ausgeglichen.

Kurzfassung der Ergebnisse

  • Herzinfarktrate (MI) pro 1.000 Person-Jahre: 11,2 in GLP-1RA-Anwendern vs. 13,1 in Nicht-Anwendern.
  • Für TIA oder Schlaganfall: 18,8 in Anwendern vs. 21,9 in Nicht-Anwendern.
  • Lungenembolie: 6,4 in Anwendern vs. 9,5 in Nicht-Anwendern.
  • Venöse Thromboembolie: 16,6 in Anwendern vs. 20,4 in Nicht-Anwendern.
  • Die Hospitalisierungs- und Notaufnahmeraten waren in beiden Gruppen vergleichbar.
  • Die Gesamtmortalität lag bei 9,5 in Anwendern und 16,9 in Nicht-Anwendern.

Die Studie stellte einen niedrigeren Risikofaktor für Lungenembolie, Schlaganfall oder TIA und VTE bei der Verwendung von GLP-1RA fest. Die Anwender hatten auch ein geringeres Risiko für Mortalität und Notaufnahmebesuche, während die Hospitalisierungsrate nicht signifikant reduziert war. Insbesondere waren die Risiken für Schlaganfall, MI und andere kardiovaskuläre Ereignisse bei Teilnehmern mit T2D geringer, während die Daten bei Personen ohne T2D weniger aussagekräftig waren.

Fazit

Zusammenfassend war die Behandlung mit GLP-1RA mit signifikant niedrigeren Risiken für Lungenembolie, VTE, Schlaganfall/TIA, Notaufnahmen und Gesamtmortalität bei Erwachsenen mit Fettleibigkeit und AID verbunden. GLP-1RA-Anwender zeigten jeweils um 31%, 17%, 21% und 44% geringere Risiken für Lungenembolie, VTE, Notaufnahmen und Mortalität im Vergleich zu Nicht-Anwendern.

Die Studie legt nahe, dass die Behandlung mit GLP-1RA in dieser Hochrisikobevölkerung potenzielle Vorteile bieten kann. Es sollte jedoch angemerkt werden, dass die Ergebnisse nicht als Beweis für eine Kausalität interpretiert werden sollten, da weitere Faktoren und Unterschiede zwischen den einzelnen Autoimmunerkrankungen bestehen.

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Quellen:

Journal reference:
  • Dai H, Lee YA, Natalie A, et al. (2026). Glucagon-Like Peptide-1 Receptor Agonists and Cardiovascular Events in Adults With Obesity and Autoimmune Disease: A Target Trial Emulation. Journal of the American Heart Association, 15, e047893. DOI: 10.1161/JAHA.125.047893, https://www.ahajournals.org/doi/full/10.1161/JAHA.125.047893