Neue Erkenntnisse zu Antihistaminika bei Ekzemen

Eine aktuelle Übersichtsarbeit, veröffentlicht von The BMJ, zeigt, dass die Einnahme von oralen Antihistaminika zusätzlich zu bestehenden Ekzembehandlungen wahrscheinlich nicht zu klinisch bedeutenden Verbesserungen bei der Schwere von Ekzemen und Juckreiz führt. Auch Schlafstörungen und Schübe könnten nicht reduziert werden.

Einige Antihistaminika könnten ebenfalls Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit erhöhen und das Risiko steigern, dass Patienten die Behandlung abbrechen.

Was ist Ekzem?

Das atopische Ekzem, allgemein als Ekzem bekannt, ist eine chronische Erkrankung, die durch ein überaktives Immunsystem verursacht wird. Dies führt zu trockener, entzündeter und extrem juckender Haut. Oft beeinträchtigt es auch die Lebensqualität, die mentale Gesundheit und soziale Beziehungen.

Die Rolle von Antihistaminika

Orale Antihistaminika gehören zu den häufigsten Medikamenten, die zur Behandlung von Ekzemen eingesetzt werden. Schätzungen zufolge verwenden in Großbritannien etwa ein Fünftel der Patienten und in den USA fast die Hälfte der Patienten diese Medikamente. Trotz ihrer weit verbreiteten Anwendung bleiben evidenzbasierte Bewertungen ihrer Vor- und Nachteile bei der Behandlung von Ekzemen jedoch unklar.

Studienüberblick

Um diese Unklarheit zu klären, haben Forscher die Ergebnisse von 47 randomisierten kontrollierten Studien mit 6.230 Kindern und Erwachsenen (durchschnittliches Alter 20 Jahre; 52 % Frauen) überwiegend mit moderatem bis schwerem Ekzem überprüft.

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Die Studien verglichen die Wirkungen der Zugabe von oralen H1-Antihistaminika, H2-Blockern, Mastzellstabilisatoren oder deren Kombinationen zu Placebo (mit oder ohne grundlegende Feuchtigkeitscremes oder Steroidcremes) auf die Schwere des Ekzems, den Juckreiz, Schlafstörungen, Schübe und die Lebensqualität sowie Nebenwirkungen wie Sedierung und Schläfrigkeit.

Ergebnisse der Studien

Die Studien unterschieden sich in ihrer Qualität, aber die Forscher konnten das Risiko von Verzerrungen und die Sicherheit der Beweise mit bewährten Methoden bewerten.

Resultate Details
Wirkung von H1-Antihistaminika Vermutlich geringe, aber klinisch unwichtige Reduktion von Ekzemen und Juckreiz.
Schlafstörungen und Schübe Wahrscheinlich keine Verbesserung.
Erhöhte kognitive Beeinträchtigung Betrifft vor allem erste Generation (sedierende) Antihistaminika.
Risiko des Behandlungsabbruchs Möglicherweise höher aufgrund von Nebenwirkungen.

Fazit der Forscher

Die Forscher erkennen mehrere Einschränkungen der eingeschlossenen Studien an, aber sie sagen, dass diese durch standardisierte und systematische Ansätze adressiert wurden.

Sie kommen zu folgendem Schluss: „Diese systematische Überprüfung und Netzwerk-Metaanalyse behandelt die langjährige Unsicherheit über die Rolle von Antihistaminika bei der Behandlung von atopischer Dermatitis und zeigt, dass sie wahrscheinlich keine bedeutende Verbesserung der für die Patienten wichtigen Ergebnisse bewirken, während sie wahrscheinlich die Risiken erhöhen.

Zusätzlich fügen sie hinzu: „Unsere Ergebnisse unterstützen nicht den Einsatz in der routinemäßigen Behandlung von atopischer Dermatitis. Wir haben eine Grundlage für einen evidenzbasierten Wandel in der Praxis geschaffen, die die Entwicklung aktualisierter Leitlinien zur atopischen Dermatitis unterstützt, die Efficacy, Sicherheit und patientenorientierte Versorgung priorisieren.


Quellen:

Journal reference:

Chu, A. W. L., et al. (2026). Antihistamines for atopic dermatitis (eczema): systematic review and network meta-analysis of randomised trials. BMJ. DOI: 10.1136/bmj-2026-100163. https://www.bmj.com/content/394/bmj-2026-100163